In Albanien eskalieren die Proteste gegen ein Bauprojekt der Trump-Familie weiter: Gegner der geplanten Luxusimmobilien in einem albanischen Naturschutzgebiet sind bei ihrem Protest in der Hauptstadt Tirana mit der Polizei zusammengestoßen. Die Demonstranten versuchten, das Parlamentsgebäude zu blockieren und warfen Eier und Mehl gegen die Polizisten, wie albanische Medien berichteten. Die Beamten setzten Wasserwerfer und Pfefferspray ein, um die Menge zurückzudrängen. Es kam zu Festnahmen, mehrere Menschen wurden verletzt.
Der Protest richtete sich gegen die geplante Verbauung von Teilen der Lagune von Narta im Delta des Flusses Vjosa durch amerikanische Investoren. Federführend ist dabei eine Firma von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. In der Bucht von Zvernec und auf der Insel Sazan sollen Luxushotels, Villenanlagen und Freizeiteinrichtungen entstehen.
Umweltschützer befürchten, dass das Vorhaben das sensible Ökosystem im Vjosa-Delta an der Adria nachhaltig beschädigen könnte. Dazu gehören etwa Rast- und Brutgebiete für Flamingos, Reiher und andere Vögel. In Tirana demonstrieren deshalb seit mehr als einem Monat an den Abenden jeweils Tausende Menschen. Die Medien sprechen von einer »Flamingo-Revolution«, die Vögel sind das Symbol der Bewegung geworden.
Der Protest am Donnerstag war erstmals tagsüber und zielte auf eine Blockade des Parlaments ab. Dabei wurden 18 Personen vorläufig festgenommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur ATA unter Berufung auf die Polizei. 15 Polizisten und 4 Demonstranten wurden wegen Verletzungen in Krankenhäusern versorgt, schrieb die Agentur weiter.

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