In »Lola Rennt« rannte sie noch um ihr Leben, inzwischen lässt die Schauspielerin Franka Potente (51) es ruhiger angehen – und verzichtet auch mal auf das ein oder andere Rollenangebot. »Wenn’s geht, klar. Wenn ich aber ewig nicht gearbeitet habe und mal wieder etwas machen muss, sage ich eben doch zu«, sagte die 51-Jährige, die in den Nullerjahren etwa mit Johnny Depp (»Blow«) und Matt Damon (»Die Bourne Identität«) drehte, im Interview mit der »Zeit«.
Ganz so einfach ist das mit dem Arbeiten im teuren Hollywood allerdings nicht für alle. »Viele meiner Schauspieler-Freunde hier sind arbeitslos. Einige sind sogar mit vierzig zurück zu ihren Eltern gezogen, weil sie sich L.A. nicht mehr leisten können«, berichtete Potente. Insgesamt werde heute deutlich weniger gedreht als zu Beginn ihrer Zeit in den USA, zugleich versuchten Produktionsfirmen immer häufiger, bei Gagen und Arbeitsbedingungen zu sparen. Auch sie selbst könne es sich nicht immer leisten, auf ungünstige Angebote zu verzichten.
Nach ihrem Regiedebüt, dem 2021 erschienenen Spielfilm »Home«, habe die Pandemie weitere Regieprojekte ausgebremst, sagt Potente. Deshalb arbeite sie inzwischen wieder vor allem als Schauspielerin. Los Angeles, wo Potente seit 25 Jahren lebt, sei »wahnsinnig teuer«. Weil die öffentlichen Schulen »nicht so doll« seien, gingen ihre beiden Töchter auf eine katholische Privatschule. »Die war noch am billigsten, aber das Geld muss ja trotzdem irgendwie reinkommen.«
Die Schauspielerei sei nicht das Wichtigste in ihrem Leben, auch wenn sie den Beruf »total gern« mache. »Wenn ich ein, zwei große Projekte im Jahr habe, meine Rechnungen zahlen und mit den Kids in den Urlaub fahren kann: wonderful«, sagt Potente. »Aber wenn mir einer genug Geld geben würde, könnte ich auch ohne entspannt leben.«

vor 2 Stunden
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