Endlich ist der Tyrann tot. Das dürfte das vorherrschende Gefühl bei vielen Iranerinnen und Iranern sein, nachdem in der Nacht zum Sonntag offiziell wurde, dass Ali Chamenei durch amerikanisch-israelische Luftangriffe gestorben ist. Diese gezielte Ermordung eines De-facto-Staatsoberhaupts wirft eine ethische Grundsatzfrage auf: Darf man sich als ferner Beobachter ebenso über die Tötung eines Tyrannen freuen? Hat Chamenei, dessen Regime allein in den vergangenen Wochen Tausende iranische Regimegegner tötete, schlicht seine gerechte Strafe erhalten? Oder bleibt die völkerrechtswidrige Ermordung des Ajatollahs dennoch ein Unrecht, bei dem der Zweck eben nicht die Mittel heiligt? Man kann diese Frage aus zwei unterschiedlichen Perspektiven betrachten.

vor 2 Stunden
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