Abschiebungen: In Zellen zusammengepfercht, von Kameras beobachtet – jahrelang

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Dieser Artikel stammt aus unserem Ressort X und ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 24/2026.

Auf Google Maps findet man die »Spezialunterkunft zur temporären Unterbringung von Ausländern« nicht. Man geht durch Ljubimez, ein bulgarisches Städtchen an der Grenze zur Türkei. Man überquert den Marktplatz, kommt an Grill-Restaurants vorbei und an Häuschen mit Weinreben. Vor einem sitzt eine Großmutter mit ihren Enkeln in einer Hollywoodschaukel und genießt die Abendsonne. Ein paar Meter weiter spielt ein Paar Tennis.

Ihre Schläge verhallen an langen, mit Stacheldraht bewehrten Mauern, an denen zahlreiche Kameras angebracht sind. Dazwischen ragen mehrere Wachtürme empor. Und hinter der Mauer steht ein zweistöckiger Betonbau, die Fenster vergittert. Das ist die »Spezialunterkunft«, die Google Maps nicht kennt. Man muss ein anderes Wort in die Suchleiste eingeben: »Lyubimets Prison«. Gefängnis.

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