250 Jahre USA: Zentrale 250-Jahr-Feier in Washington, D.C. unterbrochen

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Ein Unwetter hat die Geburtstags-Feierlichkeiten in den USA gestört. Donald Trumps Rede ist auf die Nacht verschoben worden. In Philadelphia wurde eine Parade abgesagt.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, 5. Juli 2026, 4:37 Uhr

250 Jahre USA Washington National Mall Sturmwarnung Donald Trump
Schwarze Wolken über Washington © Nathan Howard/​REUTERS

Die zentralen Feiern zum 250. Gründungstag der USA sind am Abend (Ortszeit) nach einer Unwetterwarnung unterbrochen worden. Tausende Besucherinnen und Besucher mussten das Festgelände in Washington D.C. verlassen, als ein Gewitter mit starken Windböen aufzog. Die Veranstalter riefen die Gäste auf, die National Mall zu verlassen und in Museen, Ministerien und anderen öffentlichen Gebäuden Unterschlupf zu suchen. 

Tausende Menschen zogen daraufhin durch die Straßen in der Umgebung des Weißen Hauses jenseits der National Mall. Viele Teilnehmer, gekleidet in den Landesfarben Rot, Blau und Weiß, saßen in überfüllten Cafés oder campierten mit ihren Klappstühlen auf Bürgersteigen. Auf der Promenade hatten sich zuvor trotz Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius tausende Menschen versammelt und eine Flugschau mit Kampfjets beobachtet. Eine Parade war wegen der Hitze abgesagt worden. Auch in Philadelphia fiel die 250-Jahr-Parade aus. Dort hatten Vertreter der 13 Ostküsten-Kolonien am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeitserklärung von Großbritannien unterzeichnet.

Für die Veranstaltung an der National Mall war außer der Flugschau und Konzerten eine Rede von US-Präsident Donald Trump geplant. Trump schrieb kurz nach dem Evakuierungsaufruf auf seiner Onlineplattform Truth Social, er werde seine Rede halten, egal wann. Er hatte »die spektakulärste aller Trump-Kundgebungen« angekündigt. Anschließen sollte sich das nach Trumps Worten »größte Feuerwerk der Welt« mit 850.000 Böllern. Die Ansprache des US-Präsidenten ist nun für 23 Uhr (5 Uhr deutscher Zeit) geplant.

Aufmarsch vermummter Extremisten

Die oppositionellen Demokraten werfen dem Präsidenten vor, die 250-Jahr-Feiern für ein parteipolitisches Spektakel vor den Zwischenwahlen zum Kongress im November zu nutzen. Trump hatte am Vorabend in einer Rede am Nationaldenkmal Mount Rushmore vor einer angeblichen »kommunistischen Bedrohung« in den USA gewarnt. Er spielte damit auf jüngste Wahlsiege linksgerichteter Demokraten-Politiker an.

Die Spaltung der US-Gesellschaft machte auch ein Aufmarsch vermummter weißer Männer in der Nähe des Kapitols sichtbar. Sie trugen Baseballkappen mit Abzeichen der extremistischen Gruppe Patriot Front, die von der Überlegenheit Weißer überzeugt ist, und riefen »Reclaim America!« (Erobert Amerika zurück). Einige schwenkten Konföderiertenflaggen, die Fahne der sklavenhaltenden Südstaaten im US-Bürgerkrieg (1861 bis 1865), die heute als rassistisches Symbol gilt.

Der amerikanische Papst Leo XIV. nutzte die Feiern dagegen für eine Botschaft der Versöhnung: »Die Verteidigung menschlichen Lebens umfasst auch das Willkommenheißen, den Schutz und die Unterstützung von Einwanderern, deren Hoffnungen, Opfer und Beiträge von Beginn an Teil der Geschichte dieses Landes gewesen sind«, sagte der in Chicago geborene Pontifex. 

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