Zweigleisig planen, Nachwuchs fördern: Dufner legt los in Bochum

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Bis vor zwei Jahren arbeitete er bei Hertha BSC, nun ist Dirk Dufner zurück in der Bundesliga. Am kommenden Montag startet der neue Geschäftsführer Sport offiziell, am Donnerstag sprach er über seine Pläne mit dem VfL Bochum.

 der neue Geschäftsführer Sport Dirk Dufner.

Will den Bochumer Nachwuchs stärken: der neue Geschäftsführer Sport Dirk Dufner. IMAGO/Revierfoto

"Herausfordernd" sei die aktuelle Situation, bekannte der 57-Jährige am Donnerstag. Das gilt nicht nur für die aktuelle sportliche Lage des 17. der Bundesliga, sondern auch für die anstehenden Zukunftsentscheidungen. "Wir müssen zweigleisig planen, das ist klar, uns steht eine Menge Arbeit bevor", betonte Dufner, dessen Vertrag zunächst bis 2027 befristet ist. "Und wir haben nicht viel Zeit."

Die Kaderplanung für die nächste Saison laufe an, "da werde ich mir schnell einen Überblick verschaffen und viele Gespräche führen". Nach einem völlig verpatzten Start in die Saison trennte sich der VfL im Oktober von Trainer Peter Zeidler und Sportchef Marc Lettau; dessen Posten blieb zunächst unbesetzt.

Der studierte Jurist Dufner bringt eine Menge Erfahrung in der Branche mit, arbeitete bei 1860 München und Hannover 96, dazu lange beim SC Freiburg. "Dirk und ich", sagt Bochums Vorstandssprecher Ilja Kaenzig, "kennen uns seit einem Vierteljahrhundert. Er ist ein Urgestein der Bundesliga, kann anpacken und malochen, außerdem ist er sehr gut vernetzt."

Die nächsten Gegner des VfL

Zahlreiche Aufgaben für Dufner

Dufner, dessen Verpflichtung der VfL am Sonntag verkündete und der am Montag nach dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart offiziell seine Arbeit aufnehmen wird, sprach von "sehr angenehmen Gesprächen und einem offenen Austausch" mit den Bochumer Entscheidern. "Der VfL ist ein toller und sympathischer Verein, etwas Besonderes in der Bundesliga."

Für ihn sei Kontinuität ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum Erfolg, "und ich hatte von Beginn an den Eindruck, dass man hier weiter kontinuierlich und gemeinsam etwas aufbauen möchte".

Zunächst ist nicht geplant, dass Dufner weitere Mitarbeiter mitbringt, "ich möchte mir erst mal einen Überblick verschaffen, bevor wir möglicherweise etwas anpassen", versicherte der neue Sportchef.

Dabei geht es in naher Zukunft unter anderem darum, zu entscheiden, was aus Leihspielern wie Boadu, Krauß und Masouras wird, welche auslaufenden Verträge verlängert und wie der Kader umgebaut werden muss. Aber auch diese Planung ist natürlich stark davon abhängig, ob der VfL die Liga hält oder eben nicht.

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Dufners Fokus liegt auf dem Nachwuchs

Enorm wichtig, das betont Dufner, sei es, "den eigenen sportlichen Nachwuchs im Auge zu haben und auch künftige Entscheidungen darauf auszurichten, Spieler aus der eigenen Jugend in den Profibereich durchzubringen. Es hindert uns keiner daran, Topspieler selbst zu entwickeln", sagt Dufner.

Gerade in diesem Bereich hat der VfL einigen Rückstand aufzuarbeiten. Es müsse immer das Ziel sein, "Spieler aus den eigenen Reihen zu entwickeln, zunächst die Profi-Mannschaft zu stärken und die Spieler dann auch teuer zu verkaufen", versichert Dufner.

Wie es um den aktuellen Zustand der Mannschaft bestellt ist, kann der neue Sportchef gleich zweimal hintereinander im Ruhrstadion besichtigen. Am Samstag tritt der VfL gegen den VfB Stuttgart an (15.30 Uhr), eine Woche später ist der FC Augsburg zu Gast (ebenfalls 15.30 Uhr, beide LIVE! bei kicker).

Oliver Bitter

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