SPIEGEL-Leser Fugel mit Vater vor Opel 1989: »Bemitleidet hat er sich nicht«
Foto:Privat
Die Geschichte hinter dem Bild »Wir legten Geldscheine in die Pässe«
SPIEGEL-Leser Werner-Ciprian Fugel zog als Kind mit seiner Familie aus Rumänien in eine deutsche Plattenbausiedlung. Der Anfang war hart, dafür gab es Jeans – und ein besonderes Auto.
Aufgezeichnet von Dialika Neufeld
19.05.2026, 19.53 Uhr • aus DER SPIEGEL 21/2026
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Das Foto zeigt meinen Vater und mich 1989 mit unserem ganzen Stolz – einem Opel Ascona! Ich war sieben Jahre alt. Ein Jahr zuvor waren wir als Aussiedler von Rumänien nach Deutschland emigriert, da mein Vater deutschstämmig war. Weil wir keine Wohnung finden konnten, sind wir in Weingarten in Oberschwaben in den Plattenbau zu meinen bereits in Deutschland lebenden Großeltern gezogen: Hochparterre rechts, unter dem orangefarbenen Balkon. Auch mein Onkel lebte dort. Im selben Jahr wurde meine Schwester geboren, sodass wir zu siebt in einer Dreizimmerwohnung lebten, auf 76 Quadratmetern, sechs Jahre lang.
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Für mich war es schön, so nah und intensiv mit meinen Großeltern zusammenzuwohnen. Mein Opa brachte mir bei, Schach zu spielen. Hausaufgaben machte ich am Wohnzimmertisch.
Morgens Erntehelfer, mittags Schweißer
Das Viertel, in dem wir lebten, wurde in Anlehnung an den rumänischen Diktator nur das »Ceausescu-Viertel« genannt, weil hier so viele aus Rumänien wohnten, es gab aber auch Familien aus Polen, Kasachstan und Russland.
Der Anfang war für viele von uns Zugewanderten beschwerlich. Mein Vater hatte drei Arbeitsplätze. Morgens um sechs Uhr fuhr er zum Bauern, um als Erntehelfer Erdbeeren oder Äpfel zu pflücken. Danach arbeitete er acht Stunden lang als Schweißer und anschließend noch ein paar Stunden in einem anderen Betrieb. Bemitleidet hat er sich nicht: Da war eine Euphorie der Anfangsjahre zu spüren, man arbeitete viel, aber man bekam auch was dafür, konnte sparen. Auf eine schöne Jeans zum Beispiel, die in Rumänien unerreichbar gewesen wäre. Oder ein Auto.
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