»Washington Post«: Herausgeber und CEO William Lewis tritt zurück

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Der Herausgeber und CEO der US-Tageszeitung »Washington Post«, William Lewis, hat seinen Rücktritt angekündigt. Das verkündete zuerst der Leiter des Weißen-Haus-Büros der Zeitung, Matt Viser: Er veröffentlichte bei X  einen Screenshot vom Abschiedsschreiben des Herausgebers an die Belegschaft.

Nach zwei Jahren des Wandels bei der »Washington Post« sei nun die richtige Zeit für ihn gekommen, zurückzutreten, schreibt Lewis. Er bedanke sich bei Eigentümer Jeff Bezos für dessen Unterstützung und Führung. »Die Institution könnte keinen besseren Eigentümer haben.«

Die E-Mail an die Belegschaft besteht aus zwei Absätzen. Zum Schluss schreibt Lewis, während seiner Zeit bei der Zeitung seien schwierige Entscheidungen getroffen worden, »um die nachhaltige Zukunft« der »Washington Post« zu sichern. »In Dankbarkeit, Will.«

Ein Nachfolger für Lewis steht der Zeitung zufolge bereits fest: Jeff D’Onofrio wird künftig Herausgeber und CEO sein.

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Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das fast 150 Jahre alte Traditionsblatt wegen heftiger wirtschaftlicher Einbußen Sparmaßnahmen einleitet. Etwa ein Drittel der Belegschaft wird entlassen, darunter rund 300 Journalisten. Laut einer von Medien zitierten internen Mitteilung sollen die Sportredaktion fast komplett aufgelöst, das Literaturressort geschlossen, die Auslandsberichterstattung stark reduziert und der tägliche Podcast »Post Reports« eingestellt werden (mehr dazu hier ).

Die »Washington Post« gehört seit 2013 Milliardär Bezos. Zuletzt hatte es wiederholt Kritik an seiner Rolle in der Zeitung gegeben, angesehene Journalisten verließen das Blatt. Für Schlagzeilen hatte etwa gesorgt, dass sich Bezos vor der US-Wahl im November 2024 gegen die Veröffentlichung einer bereits verfassten Wahlempfehlung für Donald Trumps Kontrahentin Kamala Harris entschieden hatte. Wahlempfehlungen wie diese sind in US-Medien üblich.

Der Schritt kostete die Zeitung Medienberichten zufolge Zehntausende Abonnenten. »Bezos versucht nicht, die ›Washington Post‹ zu retten. Er versucht, Donald Trump zu überleben«, schrieb der frühere »Post«-Faktenchecker Glenn Kessler kürzlich in einer Kolumne. Mehr dazu, wie Bezos die »Washington Post« ausbluten lässt, erfahren Sie hier .

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