Waffentests: Nordkorea will Raketen mit Streumunition bestückt haben

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Südkorea hatte mehrere Raketenstarts registriert. Nordkorea berichtet, außer Streumunition seien auch Grafitbomben und elektromagnetische Waffen getestet worden.

9. April 2026, 5:29 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa,

 Ein Raketenstart in Nordkorea Mitte März; in dieser Woche sollen auch Waffen mit Streumunition getestet worden sein.
Ein Raketenstart in Nordkorea Mitte März; in dieser Woche sollen auch Waffen mit Streumunition getestet worden sein. © KCNA/​via REUTERS

Nordkorea hat bei jüngsten Raketenstarts nach eigenen Angaben mehrere neue Waffensysteme getestet. Unter den in dieser Woche abgefeuerten Geschossen seien auch mit Streumunition bestückte ballistische Raketen gewesen, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Nordkorea habe außerdem auch Grafitbomben und elektromagnetische Waffen getestet – beides sind Waffensysteme, mit denen elektrische Infrastruktur lahmgelegt werden soll, etwa die Stromversorgung. Nordkoreas Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Am Tag zuvor hatte Südkoreas Militär mehrere Raketenstarts aus Nordkorea registriert, darunter ballistische Kurzstreckenraketen mit einer Flugdistanz von etwa 240 bis 700 Kilometern. Nordkorea ist es gemäß Resolutionen des UN-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern.

Konvention untersagt geächtete Streumunition

Als Streumunition werden Waffensysteme bezeichnet, die innerhalb der Luft aufbrechen und viele kleine Sprengkörper über ein großes Gebiet freisetzen. Wegen der flächenmäßig großen Streuung und den damit verbundenen verheerenden Konsequenzen für die Zivilbevölkerung sind Streubomben international geächtet. Zudem gibt es bei Streumunition eine hohe Blindgängerrate.

2010 trat mit dem sogenannten Oslo-Übereinkommen eine völkerrechtlich bindende Konvention zum Verbot von Streubomben in Kraft. Nordkorea ist nicht Teil des Abkommens. Zuletzt setzte auch der Iran bei Angriffen auf Israel Streumunition ein. Auch in der Ukraine wurden seit 2024 Angriffe mit Streumunition dokumentiert. Im Jahr 2024 töteten diese Waffen weltweit deutlich mehr Menschen als zuvor. Laut dem in Genf veröffentlichten Streubomben-Monitor wurden 314 Menschen durch solche Waffen getötet oder verletzt.

Feindselige Haltung dauert an

Die Raketenstarts erfolgten, nachdem ein hochrangiger nordkoreanischer Beamter gesagt hatte, dass Nordkorea trotz der Hoffnungen auf eine Entspannung der Beziehungen keine Änderung seiner feindseligen Haltung gegenüber Südkorea sehe.

Seine Äußerungen stehen im Gegensatz zu einer Erklärung Nordkoreas vom Montag, in der es hieß, der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung sei sehr glücklich darüber, dass er gegenüber Nordkorea sein Bedauern über die Drohnenüberflüge zu Beginn dieses Jahres zum Ausdruck gebracht habe.

Einige Beobachter in Seoul vermuteten, die Erklärung könne ein seltener Versöhnungsversuch nach Jahrzehnten der Feindseligkeiten sein. Die beiden Länder befinden sich technisch gesehen nach wie vor im Kriegszustand, nachdem ihr Konflikt von 1950 bis 1953 mit einem Waffenstillstand geendet war.

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