Der Wolfsburger Autobauer steckt in der Krise, trotzdem beteiligt Volkswagen seine Mitarbeiter nun doch mit einer zusätzlichen Prämie am Gewinn. Der Vorstand habe eine einmalige Zahlung von 1250 Euro für die Tarifbeschäftigten beschlossen, teilte der Konzern mit. Unternehmen und Arbeitnehmerseite hatten sich eigentlich auf den Ausfall der Mai-Zahlung aus der Ergebnisbeteiligung geeignet. Jetzt gebe es unabhängig davon die Prämie mit dem Mai-Entgelt.
In einer schwierigen Zeit der Restrukturierung mit vielen Unsicherheiten arbeiteten die Kollegen mit großem Fachwissen, viel Leidenschaft und Teamgeist an einer erfolgreichen Zukunft von Volkswagen, sagte der Chef der Marke Volkswagen, Thomas Schäfer. Der VW-Konzern hatte in der vergangenen Woche einen Gewinneinbruch nach Steuern um rund 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro vermeldet.
»Der hohe Einsatz der gesamten Belegschaft hat zu dem guten Ergebnis der Marke Volkswagen geführt – das wiederum zahlt auf unser Konzernergebnis ein«, sagte die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo. Es sei nur folgerichtig und fair, dass nun alle Beschäftigtengruppen profitieren, sagte sie in einer Mitteilung an die Belegschaft. Vor rund einem Monat war bekannt geworden, dass die Vorstände des Konzerns mit einem höheren Bonus rechnen können als erwartet.
Aus dem Umfeld des Gesamtbetriebsrats war zu hören, dass die Vorstellungen zur Prämienhöhe zuvor weit auseinanderlagen. Während die Arbeitnehmervertretung 1500 Euro anvisiert habe, habe der Vorstand ursprünglich höchstens 500 Euro gewollt. Nach einigen Runden habe Cavallo 1250 Euro durchgesetzt und somit das Ergebnis zugunsten der Belegschaft verschoben.
Insgesamt steckt der Konzern in einem Umbruch: Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich Ende 2024 nach langem Ringen auf ein Sanierungsprogramm geeinigt, das allein bei der Kernmarke VW den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Davon sind nach jüngsten Angaben bereits mehr als 25.000 Austritte vertraglich vereinbart. VW setzt gezielt auf Altersteilzeit und Aufhebungsverträge. Betriebsbedingte Kündigungen hatten VW und IG Metall ausgeschlossen.

vor 1 Stunde
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