Vorlass von Sigrid Löffler: Kritisches für Marbach

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Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach hat den Anspruch, deutschsprachig zu sammeln, nicht deutschnational. Also ist es an den Werken österreichischer Autoren interessiert, aber die wecken natürlich auch in ihrer Heimat Begehrlichkeiten.  Somit ist es ein großer Erfolg, dass die prominenteste österreichische Literaturkritikerin, die 1942 geborene Sigrid Löffler, ihren Vorlass nun nach Marbach gegeben hat.

Bekannt wurde Löffler hierzulande vor allem als ständiger Widerpart von Marcel Reich-Ranicki in dessen Fernsehsendung „Das literarische Quartett“, dem sie vom Start im Jahr 1988 an bis 2000 als Kritikerin angehörte. Aber ihr Ideal war viel mehr die ausgiebige Rezension, wie sie ihr gleichzeitig als Redakteurin des Wiener Nachrichtenmagazins „Profil“ und später Literaturchefin der Wochenzeitung „Die Zeit“ ermöglicht wurde. Oder Porträts von Schriftstellern. Löffler stand deshalb in intensivem Austausch mit vielen von ihnen, darunter den Literaturnobelpreisträgern Elfriede Jelinek, Imre Kertész und Peter Handke, aber auch mit W. G. Sebald, Susan Sontag, Christoph Ransmayr, Friederike Mayröcker, Christoph Hein, Péter Esterházy, Brigitte Kronauer und manchen mehr. Diese Korrespondenzen gehören zu dem Material, das jetzt in Marbach Aufnahme findet.

Nachdem sie das „Literarische Quartett“ verlassen hatte, gründete Löffler in Berlin die Zeitschrift „Literaturen“, die bis 2008 von ihr geprägt wurde. Seitdem ist sie als freie Kritikerin aktiv, und die Dokumentation ihrer journalistischen Arbeit über fünf Jahrzehnte hinweg macht den Hauptteil des Vorlasses aus.

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