Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im vergangenen Jahr um fast die Hälfte eingebrochen. Das teilte Europas größter Autohersteller am Dienstag mit.
Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken. Auch der Umsatz war demnach niedriger als noch im Jahr davor, er ist um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro gesunken.
Die Dividende soll mit 5,26 Euro je Vorzugsaktie 17 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen.
Porsche und US-Zölle belasten Ergebnis
Im Schlussquartal lief es für die Wolfsburger besser als in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres. Im dritten Quartal hatte VW mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht. Schuld daran waren hauptsächlich die Belastungen beim Tochterunternehmen Porsche wegen des Strategieschwenks zur Verbrennerverlängerung. Hinzu kamen milliardenschwere Kosten infolge der US-Zölle.
Finanzchef Arno Antlitz sagte, das Jahr sei von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität geprägt gewesen. Die Restrukturierung bei dem Unternehmen zeige zwar Fortschritte, und der Netto-Cashflow sei besser ausgefallen als erwartet. »Das aktuelle Ergebnisniveau von bereinigt 4,6 Prozent vor Restrukturierung reicht aber langfristig nicht aus.«
Auch bei den Verkäufen muss VW einen Rückgang verzeichnen und fiel 2025 knapp unter die Marke von neun Millionen. Weltweit lieferte der Konzern 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus, das sind 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Europa legte der Konzern zwar um fünf Prozent, in Südamerika sogar um zehn Prozent zu. Das konnte die Rückgänge in den wichtigen Märkten China (sechs Prozent) und Nordamerika (zwölf Prozent) aber nicht ausgleichen.
Besonders die Markengruppe Progressive, zu der neben Audi auch Lamborghini, Bentley und Ducati gehören, hatte 2025 Probleme. Dort sank der operative Gewinn um 13,6 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Bei Porsche waren es mit 100 Millionen Euro Gewinn gerade noch schwarze Zahlen. Im Volumengeschäft mit den Marken Volkswagen, Skoda und Seat/Cupra lief es dagegen deutlich besser, der Gewinn lag mit 6,8 Milliarden Euro nur knapp unter dem Vorjahresniveau.
Die schlechten Zahlen haben auch Folgen für das Gehalt von Konzernchef Oliver Blume. Es betrug laut Geschäftsbericht einschließlich Altersvorsorge und variabler Vergütung für mehrere Jahre 2025 insgesamt 7,4 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es noch rund drei Millionen Euro mehr gewesen, die Blume von VW und Porsche zusammen bekommen hatte. Blume war bis Ende 2025 Chef beider Unternehmen. Seit 1. Januar ist er es nur noch bei VW.
Allerdings war Blume damit nicht der bestbezahlte VW-Manager, sondern sein Vorgänger Herbert Diess. Einschließlich Altersvorsorge und variabler Vergütung kam er 2025 auf 9 Millionen Euro. Diess musste den Posten zwar 2022 an Blume abgeben und war aus der Konzernspitze ausgeschieden. Er stand aber weiter bei VW auf der Gehaltsliste und ging im Oktober 2025 in den Ruhestand.
Zuletzt sorgten sechs Milliarden, die im Cashflow unerwartet aufgetaucht waren, für Aufregung.
Betriebsratsvorsitzende betont Sondereffekte
Der Betriebsrat sprach in einer Mitteilung an die Beschäftigten von dem schwächsten Ergebnis seit dem Dieselgate-Einbruch 2015/2016. Das Gremium verwies darauf, dass im vergangenen Jahr fast neun Milliarden Euro an Sondereffekten den Gewinn geschmälert hätten. Allein der Umbau bei Porsche summiere sich auf fünf Milliarden Euro, die US-Zölle würden rund drei Milliarden Euro kosten.
Dazu kämen die Restrukturierungsprogramme bei Volkswagen, Audi und der Softwaretochter Cariad. »Ohne Kostendisziplin und Sparprogramm wäre die Lage noch dramatischer«, erklärte die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo.
Für das laufende Jahr rechnen die Wolfsburger mit einem Umsatzplus von bis zu drei Prozent. Auch die operative Rendite soll um bis zu 5,5 Prozent steigen, was eine deutliche Verbesserung zu den 2,8 Prozent im vergangenen Jahr darstellen würde.

vor 6 Stunden
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