Videospiele: Embracer gliedert „Herr der Ringe“ und „Tomb Raider“ aus

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Der schwedische Spielepublisher Embracer unterzieht sich einer weiteren Spaltungskur: Nachdem 2024 bereits die Coffee Stain Group und Asmodee als eigene Firmen abgespaltet wurden, sollen nun auch namhafte Marken wie „Herr der Ringe“, „Kingdom Come: Deliverance“ und „Tomb Raider“ in ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen abgespalten werden.

Darüber informiert Embracer die Anleger in einem offenen Brief. Die neu gegründete Firma soll demnach Fellowship Entertainment heißen, offenbar in Anspielung auf den ersten Teil der „Herr der Ringe“-Trilogie. Im kommenden Jahr soll die neue Spielefirma im Nasdaq in Stockholm gelistet werden. Die Embracer Group begründet den Schritt mit positiven Erfahrungen aus den bisherigen Abspaltungen.

Die schwedische Spielefirma Embracer war bis 2019 unter dem Namen THQ Nordic bekannt. Vor und während der Pandemiezeit kaufte Embracer zahlreiche Spielestudios und wuchs so zu einem sehr breit aufgestellten Spielepublisher. Unter anderem kaufte das Unternehmen die Warhorse Studios, Piranha Bytes, Saber Interactive, 4A Games, Gearbox und Crystal Dynamics. Nach einem gescheiterten Milliarden-Deal rutschte das Unternehmen in die Krise: Tausende Stellen wurden gestrichen, Studios wie Piranha Bytes geschlossen. „Borderlands“-Entwickler Gearbox wurde weniger Jahre nach der Übernahme wieder verkauft.

Das aus der Übernahmewelle entstandene Videospielkonglomerat sei zu unsortiert geworden, begründet Embracer-Gründer Lars Wingefors die nun angekündigten Abspaltungen in dem offenen Brief an Anleger. Es sei schwer geworden, „die Embracer-Geschichte einfach zu kommunizieren“. Durch die Aufspaltung in klar definierte, kleinere Firmen soll es den einzelnen Unternehmen ermöglicht werden, ihre individuellen Geschäftsziele langfristig konsequenter zu verfolgen.

Der Spielepublisher Fellowship Entertainment soll die wohl namhaftesten Marken von Embracer bündeln – allen voran „Der Herr der Ringe“ und „Tomb Raider“, aber auch „Kingdom Come: Deliverance“, „Dead Island“, „Darksiders“ und die „Metro“-Reihe. Zu den Studios, die zu Fellowship Entertainment wechseln, gehören 4A Games, Crystal Dynamics, Eidos-Montréal, Middle-earth Enterprises und Warhorse Studios. Das Unternehmen soll von Phil Rogers und Lee Guinchard geführt werden. Ihnen sollen rund 2200 Angestellte unterstellt sein.

Während die starken Marken und großen Spiele ausgelagert werden, soll die verbleibende Embracer Group die übrigen Spiele-Franchises zu Titeln mit mittlerem Budget verarbeiten. Unter anderem sollen „Gothic“, „Killing Floor“ und „Titan Quest“ bei Embracer bleiben. Laut Mitteilung bleiben rund 3500 Angestellte bei Embracer.

(dahe)

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