Der türkische Präsident, der saudische Kronprinz und Pakistans Premier wollen in Dschidda offenbar einen Verteidigungspakt schließen. Details sind noch nicht bekannt.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, lk 7. August 2026, 7:07 Uhr
Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben offenbar ein gemeinsames Verteidigungsabkommen vorbereitet, das bei einem Dreiergipfel in Dschidda unterzeichnet werden soll. Das berichten die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters übereinstimmend unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Zusammenkommen sollen der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman und der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif. Sharif ist bereits in Saudi-Arabien eingetroffen, Erdoğan wird noch erwartet.
Offiziell bestätigt ist bislang allein das Treffen in der Hafenstadt am Roten Meer. Worum es dort gehen soll, teilten die beteiligten Regierungen zunächst nicht mit. Details des Abkommens sind nicht bekannt.
Als Grund für den Zeitpunkt nennen saudi-arabische Militärkreise den Krieg mit dem Iran und dessen Folgen für die Region. »Das Vorhaben war schon länger im Gespräch, aber die jüngsten Ereignisse in der Region haben es beschleunigt«, hieß es aus diesen Kreisen. Auch aus dem Umfeld der Regierung wurde die geplante Unterzeichnung bestätigt.
Saudi-Arabien warnt vor iranischen Proxys
Die Regierung warnt insbesondere vor vom Iran unterstützten Gruppen. Die schiitische Huthi-Miliz im Jemen hatte im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt und bereits mehrfach saudische Öltanker und Hafeninfrastruktur angegriffen. Das sunnitische Königreich Saudi-Arabien unterstützt im Bürgerkrieg im Jemen die Regierung des Landes. Ein saudischer Regierungsvertreter äußerte gegenüber Reuters die Vermutung, geplante Angriffe könnten sich auch gegen die diplomatischen Bemühungen um eine Entspannung mit dem Iran richten.
Der Gipfel fällt in eine Phase von Vermittlungsversuchen im Krieg zwischen den USA und dem Iran. Pakistan versucht derzeit, beide Seiten zur Wiederaufnahme von Verhandlungen zu bewegen. Sharif und der pakistanische Armeechef Asim Munir waren bereits am Donnerstag zu Gesprächen nach Saudi-Arabien gereist. Am Abend kündigte das türkische Präsidialamt kurzfristig eine Reise Erdoğans an.
Iran verkündet Einigung mit dem Oman
Zuletzt verständigten sich der Iran und der Oman nach iranischen Angaben auf eine Route, über die Schiffe die weitgehend blockierte Straße von Hormus grundsätzlich sicher passieren können. Pakistan äußerte die Hoffnung, diese Einigung könne neue Gespräche zwischen der US-Regierung und dem Iran ermöglichen. Eine Bestätigung der Vereinbarung von omanischer Seite gibt es bisher nicht.
Die Meerenge ist für den weltweiten Handel mit Erdöl und Erdgas zentral und seit Monaten weitgehend geschlossen. Mehrfach wurden dort Schiffe angegriffen. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran erneut mit schweren Angriffen, sollte die Passage nicht rasch geöffnet werden. Am Donnerstag behauptete er abermals vor Journalisten, die Straße von Hormus werde »bald« geöffnet, die Gespräche darüber liefen »sehr gut«. Er sei in die Verhandlungen eingebunden.

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