Nachdem Mimmo im Juni 2025 das erste Mal gesehen wurde, hat ein Team von Forscherinnen und Forschern begonnen, den Delfin systematisch zu beobachten. Über mehrere Monate, bis Dezember, dokumentierten sie seine Bewegungen in der
Lagune. Die Ergebnisse stellten sie nun im Fachblatt »Frontiers in Ethology« vor.
Mimmo habe sich zwar in dem ungewöhnlichen Lebensraum gut eingelebt, schreibt die Gruppe. Allerdings lauerten dort eine Reihe von Gefahren – allen voran durch Menschen. Unvorsichtig gesteuerte Boote, überhöhte Geschwindigkeiten und zu aufdringliche Annäherungen könnten dem Tier schaden, heißt es in dem Fachartikel. Besonders kritisch sehen die Experten seinen wiederholten Aufenthalt im stark befahrenen Becken von San Marco, direkt vor dem Markusplatz, einem der meistbesuchten Orte der Lagunenstadt. Dort drohen Verletzungen durch Propeller oder Stress durch permanente Störungen.
Forderung nach striktem Futterverbot
Frühere Versuche, Mimmo mit akustischen Signalen zurück ins offene Meer zu treiben, blieben erfolglos. Ein Einfangen und Umsiedeln halten Fachleute für riskant und nicht vertretbar. Ein respektvoller Umgang mit Wildtieren sei daher entscheidend, um Mimmo nicht weiteren Gefahren auszusetzen.
Aus Sicht von Giovanni Bearzi, der an der Untersuchung beteiligt war, geht es nun vor allem darum, das Verhalten der Menschen zu lenken – nicht das des Delfins. Geschwindigkeitsbegrenzungen für Boote und klare Abstandsregeln seien entscheidend. Bereits bestehende Vorschriften wie das Verbot, wildlebende Tiere zu berühren und zu füttern, sollen strikt durchgesetzt werden, fordert das Forscherteam.
Historisch waren sowohl Große Tümmler (Tursiops truncatus), zu denen Mimmo gehört, als auch Gemeine Delfine (Delphinus delphis) in der gesamten Adria verbreitet – auch in der Lagune von Venedig. Während die Bestände der Gemeinen Delfine bereits vor Jahrzehnten durch menschliche Einflüsse drastisch zurückgingen, kommen Große Tümmler in der Adria weiterhin vor, meiden jedoch üblicherweise die Lagunenbereiche. Gerade deshalb ist Mimmos dauerhafte Präsenz dort so ungewöhnlich.
Doch neben den Risiken gibt es auch beruhigende Nachrichten: Demnach ernährt sich Mimmo regelmäßig von Meeräschen und verhält sich typisch für seine Art.

vor 2 Stunden
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