Im Streit zwischen der US-Regierung und dem Vatikan soll jetzt wohl Außenminister Marco Rubio die Wogen glätten. Auch Gespräche mit italienischen Politikern sind geplant.
5. Mai 2026, 1:29 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, mm
Nach einem öffentlich ausgetragenen Streit zwischen Papst Leo XIV. und US-Präsident Donald Trump soll Außenminister Marco Rubio nun offenbar vermitteln. Rubio, der selbst Katholik ist, werde Ende der Woche in den Vatikan reisen, teilte das Außenministerium in Washington, D.C. mit. Am Donnerstag solle er den Papst treffen. Zuvor hatte es bereits Berichte über eine Reise Rubios gegeben. Es ist bereits der vierte Besuch Rubios im Vatikan, seit er Außenminister der USA ist.
»Außenminister Rubio wird mit Vertretern des Heiligen Stuhls zusammentreffen, um die Lage im Nahen Osten und gemeinsame Interessen in der westlichen Hemisphäre zu erörtern«, teilte das Ministerium mit. Unter anderem sei ein Treffen mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin geplant.
Trumps Bild als Jesusfigur sorgte für Ärger
Trump war den ersten US-amerikanischen Papst mehrfach angegangen, weil dieser die US-Politik im Nahen Osten kritisiert hatte. Unter anderem postete Trump ein Bild von sich, in dem er sich als eine Art Jesusfigur darstellte, was auch vielen seiner christlichen Anhänger missfiel. Trump behauptete, es habe sich nicht um Jesus gehandelt, sondern um ein Bild von ihm als Arzt.
Am Freitag ernannte der Papst laut Vatikan einen illegal in die USA eingereisten Migranten zum Bischof der Diözese Wheeling-Charleston im US-Bundesstaat West Virginia. Evelio Menjivar-Ayala wurde in El Salvador geboren und überquerte nach Angaben der Diözese 1990 die Grenze zu den USA, nachdem er zwischenzeitlich in Mexiko festgehalten worden war. Trump verfolgt einen harten Kurs gegen Migranten. Leo XIV. hat den Umgang mit Migranten in den Vereinigten Staaten als »äußerst respektlos« bezeichnet und einen »menschlichen« Umgang gefordert.
Rubio trifft auch Meloni
Außerdem stehen bei Rubios Besuch in Rom, der von Mittwoch bis Freitag dauern soll, Gespräche mit italienischen Politikerinnen und Politikern an, unter anderem Regierungschefin Giorgia Meloni. »Im Mittelpunkt der Treffen mit italienischen Amtskollegen werden gemeinsame Sicherheitsinteressen und die strategische Abstimmung stehen«, kündigte das US-Außenministerium an.
Nach Angaben aus italienischen Regierungskreisen will Rubio bei seinem Besuch in Rom auch Italiens Außenminister Antonio Tajani und Verteidigungsminister Guido Crosetto treffen. In italienischen Medien wurde der geplante Besuch als »Tauwetter«-Diplomatie dargestellt.
Verhältnis von Meloni und Trump ist angespannt
Das Verhältnis zwischen den USA und Italien war zuletzt angespannt. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni verurteilte Trumps Kritik am Papst als »inakzeptabel« - woraufhin der Präsident sich kritisch über sie äußerte. Zuletzt drohte der US-Präsident zudem Italien wie auch Deutschland mit dem Teilabzug von US-Soldaten: Italien sei für die Vereinigten Staaten im Iran-Krieg »überhaupt keine Hilfe« gewesen, beklagte Trump.
Die seit Oktober 2022 regierende Rechtsaußenpolitikerin Meloni versuchte in der Vergangenheit, zwischen dem Rechtspopulisten und Kritikern in der EU zu vermitteln. Italien wie andere europäische Nato-Partner weigern sich, die USA im Krieg gegen den Iran zu unterstützen.

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