Uschi Glas fühlte sich vom Neuen Deutschen Film erpresst

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Uschi Glas hat nach »Zur Sache, Schätzchen« nie wieder in einem Film des Autorenkinos mitgewirkt. In einem Interview hat sie über den Grund gesprochen. Sie sei aufgrund ihrer politischen Haltung »draußen« gewesen.

15.05.2026, 11.09 Uhr

Uschi Glas im Oktober 2025
Uschi Glas im Oktober 2025

Uschi Glas im Oktober 2025

Foto: Jens Kalaene / dpa

Die Schauspielerin Uschi Glas hat darüber gesprochen, warum sie ihrer Ansicht nach nie ein größerer Teil des Neuen Deutschen Films wurde. Wegen ihrer Weigerung, sich für linke Positionen vereinnahmen zu lassen, sei sie »draußen« gewesen, sagte sie der »Neuen Osnabrücker Zeitung« . »Ich hätte meine Seele nicht verkaufen können, ich fühlte mich wirklich erpresst«, sagte Glas weiter.

Als »Barbara« in »Zur Sache, Schätzchen« feierte Glas einen großen kommerziellen Erfolg im Neuen Deutschen Film, es war ihr Durchbruch. Laut Glas wollte keiner der Regisseure mehr mit ihr arbeiten. Sie begründet das mit ihrer politischen Haltung.

Uschi Glas (r.) in »Zur Sache, Schätzchen«

Uschi Glas (r.) in »Zur Sache, Schätzchen«

Foto: Brix/ dpa

»Ich wollte mich von niemandem vereinnahmen lassen, von keiner Seite«, so Glas. »Der Junge Deutsche Film war komplett links. Alles, was nicht links war oder bayerisch, galt als das Allerletzte.«

Der Neue Deutsche Film war ein von der 68er-Protestbewegung geprägter avantgardistischer Stil, der bewusst mit dem bisherigen westdeutschen Nachkriegskino brach. Die Autoren übernahmen oft Regie, Drehbuch und manchmal Schnitt selbst, wodurch der Film eine sehr persönliche Handschrift erhielt.

Die Filme waren politisch, gesellschaftskritisch und wurden oft unabhängig von großen Studios produziert. Maßgebliche Regisseure waren etwa Werner Herzog, Volker Schlöndorff, Rainer Maria Fassbinder und Wim Wenders.

Sie habe »immer gute Filme machen, interessante Rollen spielen« wollen, sagte Glas der »Neuen Osnabrücker Zeitung« weiter. Aber der Schauspielberuf sei auch ihre Einkommensquelle gewesen. Deshalb habe sich zunächst auf kommerzielle Produktionen verlegt, also etwa »Paukerfilme, Komödien, die beim Publikum großen Anklang fanden«.

Glas sei aber überrascht gewesen, dass ihr tatsächlich niemand eine Rolle im Neuen Deutschen Film gab. »Ich dachte, die werden mich schon holen«, sagte sie.

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