Die Moderatorin der Sendung, Dana Bash, hatte Kennedy zuvor aufgefordert, die Plattform zu nutzen und eine Impfempfehlung an die Eltern in den USA auszusprechen. Kennedy sagte daraufhin: »Eltern sollten ihre Kinder gegen Masern impfen lassen. Eine Masernimpfung ist wirksam, sie verhindert Masern in etwa 97 Prozent der Fälle. Die Menschen sollten sich impfen lassen.« Bei seinem Amtsantritt hatte Kennedy die Masernimpfung noch als persönliche Entscheidung dargestellt und fälschlicherweise behauptet, die Wirksamkeit der Impfung nehme ab.
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Die Gesundheitsbehörde CDC hatte vor Kurzem mitgeteilt, dass in diesem Jahr bislang 2318 Fälle registriert worden seien. Im gesamten Vorjahr waren es 2289 Fälle. Es handele sich um die höchste Zahl seit dem Zeitraum von 1989 bis 1991, als zusammen mehr als 55.000 Infektionen und 123 Todesfälle verzeichnet wurden.
Viele Gesundheitsvertreter machen für die Entwicklung auch die Impfskepsis Kennedys verantwortlich. Dieser hatte wiederholt die wissenschaftlich widerlegte Behauptung verbreitet, Masernimpfstoffe stünden in Verbindung mit Autismus. Im Juni 2025 entließ er dann auch alle Mitglieder des CDC-Expertenbeirats für Impfungen.
Kennedy wies in der CNN-Sendung die Kritik zurück, wonach seine Tätigkeit als prominenter Impfkritiker – sowohl vor als auch nach seinem Eintritt in die Trump-Regierung – das Problem verschärft habe. Auf die Frage, ob er irgendeine Verantwortung für den Masernanstieg übernehme, antwortete er: »Auf keinen Fall.«
Kennedy bleibt Kennedy
Kennedy machte vielmehr religiöse Gemeinschaften, die Impfungen ablehnen, sowie die weltweiten Gesundheitsbedingungen für die Ausbrüche verantwortlich.
Im weiteren Sendungsverlauf ließ er sich auf einige Wortgefechte mit Bash ein, behauptete unter anderem, die Moderatorin würde »Unsinn reden« und sich »wie ein Papagei wiederholen«.
Zudem wiederholte Kennedy in dem Gespräch die Behauptung, dass ein Zusammenhang zwischen der Einnahme des Medikaments Tylenol während der Schwangerschaft und Autismus bestehe, und äußerte Zweifel an der Wirksamkeit von Impfstoffen zum Schutz von Kindern vor Covid-19.
Kennedy wettert gegen Fauci
Der Gesundheitsminister nutzte die CNN-Sendung auch, um den ehemaligen Coronavirus-Berater der US-Regierung, Anthony Fauci, für die Lockdowns während der Pandemie anzugreifen. US-Präsident Donald Trump trage keine Verantwortung, dieser habe die Lockdowns beenden wollen.
Kennedy schloss sich damit seinem Präsidenten an, der Fauci unlängst vorgeworfen hatte, unter dem früheren Präsidenten Joe Biden eine »gewaltige Zerstörungskraft« entfacht zu haben.
Fauci gehört zu einer Reihe von Trump-Widersachern, die Biden am letzten Tag seiner Amtszeit vorsorglich begnadigt hatte, um sie vor Strafverfolgung zu schützen. Besonders seine Empfehlungen zum Tragen von Coronaschutzmasken und für Impfungen machten Fauci zu einer Hassfigur im rechten politischen Lager.

vor 2 Tage
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