Ein vier Tonnen schweres Schrottteil einer SpaceX-Rakete ist Wissenschaftlern zufolge auf dem Mond eingeschlagen. Die in Chile ansässige Europäische Südsternwarte (ESO) teilte am Mittwoch mit, dass sie mithilfe ihres hoch entwickeltem Very Large Telescope (VLT) entsprechende Spektrallinien entdeckt habe. Der Aufprall habe sich genauso ereignet wie erwartet (mehr hier ).
Man habe die »chemischen Fingerabdrücke« von Natrium- und Lithiumgas in der Aufprallwolke nachgewiesen, berichten die ESO-Astronomen auf Facebook . Die Spektrallinien seien nach dem Aufprall für fünf bis zehn Minuten nachweisbar gewesen.
Das Natrium stamme wahrscheinlich aus dem Mondboden, während das Lithium von der Rakete selbst kommen könne, schreiben die Forscher. Das Team werde weitere Details bekannt geben, sobald eine vollständige Analyse durchgeführt worden sei.
Durch »eine Mischung aus Sonnenaktivität und Schwerkraft« sei das Raketenteil von seinem berechneten Kurs abgekommen, sodass es unbeabsichtigt auf den Mond zusteuerte, sagte die zuständige SpaceX-Direktorin Julianna Scheiman vor dem Aufprall.
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa sowie die südkoreanische Raumfahrtagentur hatten im Vorfeld angekündigt, mit ihren Weltraumsonden Fotos von der Einschlagstelle aufnehmen zu wollen. Bis zur Übermittlung der Bilder könnte es aber mehrere Tage dauern – eine offizielle Bestätigung von dieser Seite steht noch aus.
Die Nasa will in Zukunft eine Weltraumbasis auf dem Mond errichten, Erkenntnisse über mögliche Kollisionen mit Weltraumschrott sind deshalb wichtig.
Auf dem Mond schlagen zwar regelmäßig Meteoriten ein, Kollisionen mit Raketenteilen oder anderem Weltraumschrott sind aber selten. Schätzungen der Europäischen Weltraumbehörde Esa zufolge befinden sich derzeit mehr als 46.000 Teile Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn, die zusammen rund 17.000 Tonnen wiegen.

vor 1 Stunde
1









English (US) ·