Der linke Flügel der US-Demokraten ist erneut gestärkt aus einer Kongress-Vorwahl hervorgegangen: Abdul El-Sayed, Teil des progressiven Lagers, hat sich in Michigan knapp gegen die moderate Demokratin Haley Stevens behauptet. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. El-Sayed wird bei den Zwischenwahlen (Midterms) im November gegen den Republikaner Mike Rogers antreten.
Das Ergebnis könnte für die künftigen Mehrheitsverhältnisse in der Parlamentskammer entscheidend sein. Experten sehen das Rennen um den Sitz im »Swing State« als eines von wenigen, bei dem der Wahlausgang schwer absehbar ist.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Berichte über El-Sayeds Sieg als »tolle Neuigkeiten für die Republikanische Partei«. Auf seiner Plattform Truth Social nannte er den Demokraten einen »kommunistischen Versager«. Trump nutzt das Kommunismus-Label immer wieder für linke Demokraten, die jüngst auch andernorts Erfolge feierten.
Pro Krankenversicherung, gegen Israels Politik
El-Sayed kam als Sohn ägyptischer Einwanderer in Michigan zur Welt. Er studierte Medizin an der Columbia University und promovierte an der University of Oxford. Mit 30 Jahren stieg er zum Leiter des Gesundheitsamtes von Detroit auf. 2018 trat er bei den Vorwahlen für die Gouverneurswahl in Michigan an, unterlag aber Gretchen Whitmer.
Zu seinen Kernforderungen gehören eine allgemeine staatliche Krankenversicherung, eine stärkere Besteuerung von Superreichen, die Absage an Großspenden von Unternehmen und Maßnahmen gegen den Klimawandel. El-Sayed vertritt zugleich eine sehr kritische Haltung gegenüber der israelischen Regierungspolitik und fordert einen Stopp von US-Militärhilfen.

vor 9 Stunden
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