US-Regierung stoppt Windprojekte wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit

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Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump setzt ihren Kampf gegen die erneuerbaren Energien fort: Erneut hat sie die nationale Sicherheit bemüht, um Windkraftprojekte zu stoppen.

So habe das US-Verteidigungsministerium die Genehmigungen für über 160 Onshore-Windparks verweigert, berichtet die britische Wirtschaftstageszeitung Financial Times unter Berufung auf die Lobby-Organisation American Clean Power Association (ACP) sowie auf Quellen mit Kenntnissen über die Angelegenheit. In einem Schreiben an die Projektentwickler teilte das Verteidigungsministerium mit, es prüfe das Verfahren zur Bewertung der Auswirkungen von Energieprojekten auf die nationale Sicherheit.

Die Projekte waren in unterschiedlichen Phasen: Einige waren noch in Verhandlung, weitere hatten bereits eine mündliche Zusage, bei 35 Projekten schließlich fehlte nur noch die letzte Unterschrift. Die Windfarmen, die zum Teil auf privatem Grund gebaut werden sollten, sollten zusammen eine Leistung von 30 Gigawatt liefern, was ausreichen soll, um 15 Millionen US-Haushalte mit Strom zu versorgen.

Viele Windfarmen in den USA brauchen eine Genehmigung des Verteidigungsministeriums, um sicherzustellen, dass sie Radarsysteme nicht stören. Zu dem Procedere gehört normalerweise eine Risikobewertung sowie eine Zahlung an das Militär, um das Radar zu modifizieren, damit es die Windkraftanlage orten kann.

Meist dauert eine solche Prüfung wenige Tage. Bei Anlagen, die abseits von militärischen Einrichtungen oder Flugrouten liegen, wird ohnehin davon ausgegangen, dass sie kein Risiko darstellen.

Auch in den USA wächst der Anteil der erneuerbaren Energien. Die Trump-Regierung tritt jedoch massiv für fossile Energien ein und geht gegen Wind- und Solarenergieprojekte vor. So hat sie Ende vergangenen Jahres die Bauarbeiten an fünf großen Offshore-Windparks gestoppt. Auch hier lautete die Begründung, dass diese die nationale Sicherheit gefährden. Die davon betroffenen Unternehmen und US-Bundesstaaten klagten dagegen und bekamen in allen Fällen recht.

Gerade hat die Regierung mehrere Energieunternehmen aus Offshorewind-Projekten herausgekauft. Dafür hat sie den Unternehmen knapp 2 Milliarden US-Dollar bezahlt.

(wpl)

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