Nach den Zolldrohungen des US-Präsidenten hält die EU mögliche Gegenzölle bereit. Die EU-Kommission warnt vor Eskalation, betont aber zugleich ihre Handlungsfähigkeit.
19. Januar 2026, 16:01 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, voi
Die EU-Kommission zeigt sich angesichts der neuen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump entschlossen und schließt Gegenmaßnahmen nicht aus. "Nichts ist vom Tisch", sagte Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis vor einem Treffen der EU-Finanzminister. Die EU habe potenzielle Gegenmaßnahmen in der Schublade, falls die USA tatsächlich zusätzliche Abgaben auf europäische Waren verhängen sollten. Derzeit liefen intensive Beratungen über die konkrete europäische Antwort. Die Drohungen aus den USA seien inakzeptabel, sagte Dombrovskis.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) forderte vor dem Treffen eine selbstbewusste europäische Haltung. "Wir lassen uns nicht erpressen", sagte er und betonte zugleich, eine Eskalation vermeiden zu wollen. "Wir wollen im Dialog bleiben mit den USA", sagte der Vizekanzler. Zur Not müsse Europa seine Möglichkeiten an Gegenmaßnahmen aber einsetzen. Ähnlich äußerte sich Frankreichs Finanzminister Roland Lescure: "Europa muss stark sein." Zölle dürften nicht als Waffe eingesetzt werden.
Trump hatte am Samstag angekündigt, ab Februar neue Zölle zu erheben – unter anderem gegen Deutschland, Dänemark, Schweden, Frankreich, die Niederlande und Finnland, außerdem gegen Großbritannien und Norwegen. Die Maßnahme soll gelten, bis die betroffenen Staaten einem Verkauf Grönlands an die USA zustimmen. Im Juni soll der Zollsatz auf 25 Prozent steigen. Deutschland und weitere europäische Staaten hatten mit Protest auf die Drohung reagiert und Widerstand angekündigt.
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