Erstmals ist eine deutsche Bewerbung auf einen Sitz im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Ein Blick in die historischen Daten zeigt, wie deutlich die Niederlage war.
5. Juni 2026, 8:08 Uhr
Es war nicht gerade knapp: Ganze 23 Stimmen fehlten Deutschland am Mittwoch in der Vollversammlung für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Mindestens 127 Mitgliedstaaten, also zwei Drittel der Vereinten Nationen, hätte die Bundesrepublik für sich gewinnen müssen, um für die kommenden beiden Jahre am wichtigsten Verhandlungstisch des Völkerbundes zu sitzen. Letzten Endes war es nur gut die Hälfte: 104 Stimmen – sowohl absolut als auch relativ so wenig wie noch nie.
Dabei hatte die Bundesregierung sich zuvor noch in Zuversicht geübt. Er habe im Rahmen der deutschen Bewerbung »viel Unterstützung erhalten«, hatte Außenminister Johann Wadephul (CDU) kürzlich bei einem Besuch der UN in New York gesagt. Nach der Abstimmung sprach er von einer »herben Niederlage« und einer »echten Enttäuschung«. Wie herbe die Niederlage war, zeigt der Vergleich zu den Zustimmungswerten, die frühere deutsche Bewerbungen erzielt haben.

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