Russland hat die Ukraine erneut mit Luftangriffen überzogen und allein in der zweitgrößten Stadt Charkiw im Osten zahlreiche Menschen getötet und verletzt. Beim Einschlag einer ballistischen Rakete in einem Wohnhaus seien mindestens sieben Menschen getötet worden, teilte der Militärgouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, am Morgen bei Telegram mit.
Unter den Toten waren demnach auch ein neunjähriger Junge und ein 13 Jahre altes Mädchen. Die Zahl der Opfer hatte sich am Morgen immer wieder erhöht, weil Rettungskräfte die Leichen erst nach und nach aus den Trümmern zogen. Synjehubow teilte mit, dass bis zu 14 weitere Personen unter den Trümmern liegen könnten.
Mindestens zehn Menschen sind den Behörden zufolge nach aktuellem Stand verletzt worden, darunter auch Kinder. Auf den veröffentlichten Fotos waren schwere Schäden an dem fünfgeschossigen Wohnhaus zu sehen. Demnach sprengte die Rakete große Teile des Gebäudes weg.
In der Region rund um Charkiw kam durch russische Angriffe ein 70-Jähriger ums Leben, drei weitere Personen wurden verletzt.
Luftalarm auch in Kyjiw und Odessa
Auch in anderen Regionen meldeten die Behörden Luftalarm wegen der russischen Angriffe, darunter die Hauptstadt Kyjiw und Odessa am Schwarzen Meer. Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko rief die Menschen in Kyjiw auf, Schutz zu suchen. Über Schäden oder Opfer war zunächst nichts bekannt.
Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als vier Jahren. Das attackierte Land hatte von den westlichen Verbündeten zuletzt vor allem mehr Hilfe bei der Luftverteidigung verlangt. Beklagt wird immer wieder ein Mangel an Luftabwehrraketen.
Derzeit erschwert auch der Irankrieg der Ukraine die Verteidigung. Laut einem diplomatischen Kabelbericht, der dem SPIEGEL vorliegt, mahnte Außenminister Johann Wadephul zuletzt, die Ukraine bei allem Fokus auf den Mittleren Osten nicht aus den Augen zu verlieren. Russland werde »sicher versuchen, die fehlende Aufmerksamkeit auszunutzen«.
Die Sorge ist nun, dass weniger Flugabwehrmunition für die Ukraine aufgetrieben werden kann, weil andere Länder diese selbst brauchen. Lesen Sie mehr dazu hier .

vor 2 Stunden
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