Sein Einspruch hat vorerst nichts gebracht: Die Technische Universität Chemnitz bleibt bei ihrer Entscheidung, Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) den Doktorgrad zu entziehen. Ein Widerspruch des Politikers gegen die Aberkennung des Titels sei vom Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz zurückgewiesen worden, teilte ein Sprecher der Universität auf Anfrage mit.
Ein Anwalt Voigts teilte mit, dass die Entscheidung der TU Chemnitz nicht überraschend sei. »Nach rechtlicher Prüfung werden wir Klage erheben.«
Voigt steht seit Monaten wegen seiner Doktorarbeit unter Druck. Ihm wird vorgeworfen, in der Dissertation mit dem Titel »Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf: George W. Bush gegen John F. Kerry« aus dem Jahr 2008 unsauber gearbeitet zu haben. Die ersten Plagiatsvorwürfe waren kurz vor der Landtagswahl 2024 aufgekommen.
Damals war Voigt mit der CDU noch in der Opposition und trat als Spitzenkandidat der Christdemokraten an. Die CDU witterte eine Schmutzkampagne im Wahlkampf. Nach der Wahl bildete Voigt eine Regierung aus CDU, BSW und SPD und wurde im Landtag zum Regierungschef gewählt.
Im Januar 2026 wurde dann bekannt, dass die TU Chemnitz nach einer langwierigen Prüfung zu der Entscheidung gekommen ist, Voigt die Doktorwürde abzuerkennen. Schon damals kündigte Voigt an, sich gegen diese Entscheidung zu wehren, notfalls vor Gericht.
Voigt auch wegen KI-Reden in der Kritik
Dieser Punkt könnte nun erreicht sein. »Die Entscheidung wirft aus unserer Sicht erhebliche rechtliche Fragen auf – insbesondere zum Bewertungsmaßstab und zur Verhältnismäßigkeit«, so der Anwalt von Voigt. Es sei ein einmaliger Vorgang, dass eine Universität einen Doktortitel aberkenne, nachdem ein »externer, neutraler Gutachter die Voraussetzungen für einen Entzug verneint hat«.
Mitte Mai präsentierte Höckes AfD-Fraktion ein von ihr bezahltes Gutachten des selbst ernannten »Plagiatsjägers« und österreichischen Kommunikationswissenschaftlers Stefan Weber, das weitere Plagiatsstellen in Voigts Doktorarbeit belegen sollte.

vor 51 Minuten
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