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vor 2 Tage 1

Die meisten der jungen Menschen, die aus Marokko gekommen waren, blieben wenige Stunden in Ceuta. Zehntausende waren Ende vergangener Woche in die spanische Exklave vorgedrungen, und ihre plötzliche Ankunft hat Spanien und die ganze EU aufgeschreckt. SZ-Korrespondent Patrick Illinger ist nach Ceuta gereist, hat die aufgeheizte Stimmung erlebt und mit einigen der jungen Männer gesprochen. Er beobachtete, wie die Stadt Ceuta sich quasi tot stellte, alles dicht machte. In der Hoffnung, dass die Migranten ohne Essen und Trinken wieder abziehen, zurück nach Marokko.

Das Kalkül ging weitgehend auf. Und doch sind nun viele Fragen zu klären - etwa die, wie es zu dem plötzlichen Ansturm kam, der wie von fremder Hand gesteuert wirken konnte. Und jene, was die Situation für die Migrationspolitik der Europäischen Union bedeutet. Aus der EU gab es heftige Kritik an Spanien, wie Sina-Maria Schweikle und Josef Kelnberger berichten, der in seinem Kommentar zudem den Ärger der 22 Staats- und Regierungschefs am spanischen Ministerpräsidenten einordnet.

Zu den grandios sympathischen Besonderheiten der britischen Lebensart gehörte stets die Neigung zu einer gewissen Exzentrik, oder mindestens eine große Toleranz für Exzentriker. Das Leben auf der Insel erschien dadurch immer etwas bunter, verspielter. Weniger lustig ist, dass diese Exzentrik zunehmend politisch ruchlos daherkommt und auch noch Erfolg bringt. Womit wir bei Nigel Farage wären, dem Kopf der extrem rechten Reform-Partei. Obwohl er den für das Land so folgenschweren Brexit maßgeblich herbeiführte, lag Farage zuletzt in Umfragen vorn, konnte auf das Amt des Premierministers hoffen.

Jetzt könnte ihn sein schlimmster Gegner erledigen: er selbst. So berichtet es Martin Wittmann in seiner Reportage, für die unser London-Korrespondent auch Clacton besucht hat, den Wahlkreis, in dem Farage demnächst in einer Art Showdown gegen den Konkurrenten Count Binface bestehen muss, der seinem Namen folgend einen Mülleimer als Helm trägt. Was wiederum zeigt, dass die Exzentrik immer noch auch Freude bereiten kann.

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