Als das Assad-Regime im Dezember 2024 zusammenbrach, witterte der syrische Krankenpfleger Ziad Amairi seine Chance. Die neuen Machthaber hatten die Gefängnisse geöffnet, und Amairi setzte darauf, dort seine Angehörigen zu finden. Er klapperte die Haftanstalten rund um Damaskus ab: das Militärgefängnis in Mezzeh, die sogenannte Palästina-Abteilung, das Adra-Gefängnis. Im berüchtigten Foltergefängnis Saidnaja grub Amairi mit einer Schaufel eine ganze Nacht lang in der Erde, weil es hieß, es gäbe geheime, unterirdische Verliese. Eine Falschmeldung. Nach einer Woche intensiver Suche musste Amairi einsehen: Es gibt kein Lebenszeichen von ihnen.

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