Der Iran soll eine US-Fregatte nahe der Straße von Hormus mit Warnschüssen zur Umkehr gezwungen haben. Nach US-Angaben ist kein Schiff von Raketen getroffen worden.
Aktualisiert am 4. Mai 2026, 13:43 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP, dpa, ale
Die USA weisen einen iranischen Bericht zurück, wonach ein US-Kriegsschiff von iranischen Raketen getroffen worden sein soll. »Es wurden keine Schiffe der US-Marine getroffen«, teilte das zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf X mit. Die US-Streitkräfte würden weiterhin »die Blockade iranischer Häfen durchsetzen«. Aus der Mitteilung geht nicht klar hervor, ob die Attacke überhaupt nicht stattgefunden habe oder eventuell abgefeuerte iranische Raketen das Schiff verfehlt hätten.
Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet, ein US-Kriegsschiff sei mit Raketenangriffen daran gehindert worden, die Straße von Hormus zu passieren. Demnach soll eine US-Fregatte »eine Warnung der iranischen Marine ignoriert« und versucht haben, den Schifffahrtsweg zu passieren. Anschließend seien zwei Raketen auf das Schiff abgefeuert worden. Daraufhin sei das Schiff umgekehrt. Der Angriff habe sich nahe der iranischen Hafenstadt Dschask östlich der Straße von Hormus ereignet.
Iran soll Warnschüsse abgefeuert haben – Ölpreis steigt um fünf Prozent
Um welches Schiff es dabei konkret geht, war zunächst unklar. Laut der Nachrichtenagentur Reuters weisen auch offizielle iranische Stellen den Fars-Bericht in Teilen zurück. So sagte ein hochrangiger iranischer Beamter, der Iran habe einen Warnschuss in Richtung des US-Schiffs abgefeuert. Ob es Schäden gebe, soll demnach noch unklar sein. Vor der Centcom-Mitteilung hatte das US-Portal Axios unter Berufung auf einen hochrangigen US-Vertreter berichtet, dass die iranischen Angaben nicht stimmten und das Schiff nicht getroffen worden sei.
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Der Bericht über den angeblichen Angriff auf das US-Kriegsschiff hat die Ölpreise rapide ansteigen lassen. Der Preis der Sorte Brent stieg um fast fünf Prozent auf 113 Dollar pro Barrel (159 Liter). Nach der Zurückweisung durch Centcom fiel der Preis wieder um wenige Dollar.
Nach Verkündung des Starts einer neuen US-Initiative, die die wichtige Meerenge für die Schifffahrt freimachen soll, hatte der Iran mehrere Warnungen ausgesprochen. Schiffe, die ohne Absprache mit dem Iran die Straße von Hormus befahren, könnten angegriffen werden, sagte der Kommandeur der zentralen Militärführung, Ali Abdollahi Aliabadi, laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.
USA wollen Schiffe aus der Straße von Hormus lotsen
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, US-Schiffe würden am heutigen Montag damit beginnen, Tanker aus der Straße von Hormus zu lotsen. Trump bezeichnete die Initiative als »Project Freedom«. Centcom teilte in seinem Dementi des iranischen Berichts mit, die US-Streitkräfte würden weiterhin »Project Freedom umsetzen«.
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Nach früheren Angaben von Centcom stehen 15.000 Soldaten, Kriegsschiffe, Lenkwaffenzerstörer sowie mehr als 100 Flugzeuge und Drohnen für das Vorhaben bereit. Kommandeur Brad Cooper beschrieb die Mission als »defensiv«. Sie sei nötig, um wieder eine freie Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. Die Blockade iranischer Häfen durch das US-Militär, mit dem die USA auf die iranische Blockade des Schifffahrtswegs reagiert haben, werde jedoch fortgesetzt.
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