Sebastian Krumbiegel und seine Band, Die Prinzen, haben noch nie einen Hehl aus ihrer politischen Einstellung gemacht. Seit Jahren positioniert sich der Musiker öffentlich, vor allem pro Demokratie und gegen Rechtsextremismus oder die AfD.
So auch bei einem Auftritt des 59-Jährigen am Mittwochmorgen in der ZDF-Show »Volle Kanne« : Er forderte eine gerechtere Steuerpolitik, eine gerechtere Verteilung von Wohlstand und er verstehe nicht, warum man den Leuten ans Bürgergeld gehe. »Ich glaube an den Solidargedanken. (...) Tax the Rich!«
Auch verstehe er, wenn man unzufrieden mit der Arbeit der Regierung sei. Aber Rechtsaußen zu wählen, sei keine Lösung. Eine offensichtliche Replik darauf gab es gegen Ende der Sendung in Form einer Leserzuschrift eines gewissen Mirko, vorgelesen von Moderator Florian Weiss: »Nein, danke! Heute wieder Antifa-Parolen zum Frühstück«, hieß es darin.
Krumbiegel, erfahren in der Diskussion, wandte sich direkt an die Kamera, an Mirko: »Bist du Faschist oder was? Dann bin ich natürlich gegen dich.« Antifa bedeute Antifaschismus, sagte Krumbiegel, und jeder Demokrat solle Antifaschist sein. Er sei es mit Leib und Seele. »Ich mag den Scheiß nicht, der damals war. Und ich mag den Scheiß nicht, der jetzt gerade wieder auf uns zuzurollen scheint.«
Er finde es wichtig, nicht zu brüllen, sondern zu versuchen, Leute mit Argumenten zu überzeugen, sagte Krumbiegel weiter und schloss mit den Worten: »Kein lieber Gruß an Mirko.«
In der Sendung ging es übrigens auch noch um seine Band, die im kommenden Jahr ihre Abschiedstournee spielt. Die Entscheidung sei schwierig gewesen, aber Die Prinzen seien eine demokratische Band, sagte Krumbiegel, der aus Leipzig stammt und in der DDR aufwuchs. »Wir wollen nicht als Mogelpackung weitermachen. Wenn nicht mehr alle Bock haben, haben eben nicht mehr alle Bock«.

vor 1 Stunde
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