Drohnen-Alarm in der vergangenen Nacht am Flughafen Leipzig: Kurz vor Mitternacht sei zunächst ein „unbekanntes Flugobjekt“ in der Nähe des Flughafens gesichtet worden, teilte die Polizeidirektion Leipzig am Morgen mit. Anschließend sei ein Gegenstand nahe der Südpiste gefunden worden, die Bundespolizei habe diesen anschließend begutachtet. Dabei sei ein Sprengstoffroboter eingesetzt worden. Soweit die Meldung.
Nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR handelte es sich bei dem entdeckten Objekt offenbar um eine präparierte Drohne, die sich in unmittelbarer Nähe eines Antonow-Transportflugzeugs befunden haben soll. Wie aus einer vertraulichen Lagemeldung der Polizei hervorgeht, sei an dem Gerät eine „unbekannte Masse“ angebracht gewesen, bei der es sich womöglich um Sprengstoff handele. In der Masse habe sich „ein Zünder“ befunden. Bombenexperten sollten daraufhin die Drohne kontrolliert zur Sprengung bringen. Der Flugbetrieb in Leipzig wurde in der Nacht zwischenzeitlich eingestellt. Die Polizei schließt einen gezielten Sabotageakt nicht aus. Nach dem Drohnenpiloten wird nun gefahndet. Die Bild-Zeitung berichtet, dass es sich bei dem Flugzeug um eine ukrainische Frachtmaschine gehandelt haben soll. Am Mittwochvormittag teilte schließlich ein Nato-Sprecher mit, dass eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs gesichtet worden sei.
Der Flughafen Leipzig gilt als Drehscheibe für westliche Rüstungsgüter auf dem Weg in die Ukraine
Drohnen über deutschen Flughäfen werden immer mehr zur Gefahr für den Luftverkehr. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres registrierte die Deutsche Flugsicherung (DFS) 145 Behinderungen des Flugbetriebs wegen unerlaubter Drohnenflüge.
Wie aus dem Papier der Polizei hervorgeht, kam es im Rahmen des Fundes in der vergangenen Nacht noch zu einem weiteren Vorfall. Demnach kollidierte eine Frachtmaschine, die aufgrund der Sperrung nicht landen konnte, nahe dem Leipziger Flughafen in einigen Hundert Metern Höhe mit einem weiteren Objekt. Nach der Landung auf einem Ausweichflughafen in Hannover dokumentierten die Ermittler leichte Beschädigungen an der Front der Maschine. Die Polizei Niedersachsen stuft den Fall laut des Vermerks als mögliches Staatsschutzdelikt ein.
Der Flughafen Leipzig gilt als Drehscheibe für westliche Rüstungsgüter auf dem Weg in die Ukraine. Erst vor zwei Jahren entging er nur knapp einer Katastrophe: Damals fing ein Paket in einem DHL-Logistikzentrum Feuer, das auf dem Weg nach Großbritannien war. Wie die Ermittlungen ergaben, soll es sich dabei um eine Operation russischer Geheimdienste gehandelt haben. In Litauen müssen sich zurzeit fünf mutmaßliche Mitglieder des mutmaßlichen Sabotage-Netzwerks deswegen vor Gericht verantworten.
Erst im Juli war in Bayern ein 37-jähriger Moldauer festgenommen worden, der im Verdacht steht, mit einer Drohne ein Rüstungsunternehmen ausgespäht zu haben. Der Mann war nach Hinweisen aus der Bevölkerung festgenommen worden, als er sich in der Nähe des Firmengeländes aufhielt. Die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt, aus Sicherheitskreisen heißt es, der Verdächtige könnte womöglich im Auftrag russischer Geheimdienste gehandelt haben.











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