In Belarus und Russland trainieren Soldaten den Einsatz von Atomwaffen. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag mitteilte, werden russische Atomstreitkräfte vom 19. bis 21. Mai Übungen abhalten.
Die Personalstärke werde demnach mehr als 64.000 Soldaten betragen, 7800 Waffensysteme sollen beteiligt werden. Unter anderem soll auf russischem Gebiet der Einsatz von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern geübt werden, so das Ministerium.
Bereits am Montag hatte das belarussische Verteidigungsministerium in Minsk über ein gemeinsames Übungsmanöver des eigenen Landes und Russlands informiert. Demnach handele es sich um ein Manöver auf belarussischem Boden zum Transport von Atomwaffen und zur Vorbereitung auf deren Einsatz.
»Während der Übung ist geplant, Fragen im Zusammenhang mit der Lieferung nuklearer Munition und der Vorbereitung ihres Einsatzes in Zusammenarbeit mit der russischen Seite zu üben«, erklärte das belarussische Verteidigungsministerium. Das planmäßige Training richte sich »nicht gegen Drittländer und stellt keine Bedrohung für die Sicherheit in der Region dar«, hieß es. An der Übung nehmen Luftstreitkräfte und Raketenverbände teil.
Russland hatte im vergangenen Jahr seine jüngste atomwaffenfähige Hyperschallrakete, Oreschnik, in Belarus stationiert. Das Land, das seit mehr als 30 Jahren von Präsident Alexander Lukaschenko autoritär regiert wird, ist ein enger Verbündeter Moskaus, von dem es wirtschaftlich und militärisch in hohem Maße abhängig ist.
Ukraine verstärkt Truppen an der Grenze
Die Ukraine übt scharfe Kritik an dem Übungsmanöver. Die Stationierung taktischer Atomwaffen in Belarus sei eine »beispiellose Herausforderung« für die globale Sicherheit, erklärt das Außenministerium in Kyjiw am Montag. »Indem der Kreml Belarus zu seinem nuklearen Aufmarschgebiet an den Grenzen der Nato macht, legitimiert er de facto die weltweite Verbreitung von Atomwaffen und schafft einen gefährlichen Präzedenzfall für andere autoritäre Regime.« Die Regierung in Kyjiw fordert ihre westlichen Verbündeten zudem auf, die Sanktionen gegen Moskau und Minsk zu verschärfen. Solche Handlungen müssten von allen Staaten, die das Regime zur Nichtverbreitung von Atomwaffen respektieren, unmissverständlich und entschlossen verurteilt werden.

vor 1 Stunde
1








English (US) ·