Russland hat Armenien vor einer engeren Anbindung an die Europäische Union (EU) gewarnt. Das Kaukasusland werde in einen „antirussischen Orbit“ der EU hineingezogen, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag. Mit Billigung der armenischen Führung richte sich der Staat zunehmend nach „aggressiven euro-atlantischen Standards“ aus. „Ein solcher Kurs wird unweigerlich zu negativen politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen für Armenien führen.“ Die ehemalige Sowjetrepublik Armenien hat sich in den vergangenen Jahren um einen Ausbau der Beziehungen zur EU bemüht. Erst am Montag war
die Hauptstadt Jerewan Gastgeber eines Gipfels der Europäischen
Politischen Gemeinschaft (EPG) sowie am Dienstag eines anschließenden EU-Armenien-Gipfels. Die Äußerungen aus Moskau sind ein Zeichen für die wachsenden Spannungen zwischen den beiden ehemals engen Verbündeten. Die Beziehungen haben sich zunehmend verschlechtert, seit Aserbaidschan im September 2023 die abtrünnige Enklave Bergkarabach gewaltsam zurückerobert hat,
was unter den dort lebenden Armeniern eine Massenflucht auslöste. Am 7. Juni stehen Parlamentswahlen in Armenien an, die darüber entscheiden könnten, ob das Land sich künftig weiter eher in Richtung EU orientiert oder wieder mehr an Russland.












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