Russisches Militärgericht verurteilt Ex-Vizeverteidigungsminister zu 19 Jahren Haft

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In Moskau ist der frühere stellvertretende Verteidigungsminister Pawel Popow von einem Militärgericht zu 19 Jahren Haft in einer Strafkolonie für Schwerverbrecher verurteilt worden. Laut den Richtern hat Popow 25 Millionen Rubel (etwa 280.000 Euro) veruntreut. Außerdem müsse er eine Geldstrafe von umgerechnet etwa 940.000 Euro bezahlen und dürfe sieben Jahre lang keine Ämter in Staatsorganen ausüben, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.

2024 hatte der Kreml zahlreiche ranghohe Militärs im Verteidigungsministerium ausgewechselt, wegen des Verdachts der Korruption. Zuvor verzeichnete Russland Rückschläge im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Spitzengeneral Popow wurde entlassen, verlor seinen militärischen Rang und seine staatlichen Auszeichnungen. Einen Monat zuvor hatte bereits der damalige Verteidigungsminister Sergej Schoigu seinen Posten abgeben müssen. Der Kreml wies mehrfach zurück, dass es sich um eine gezielte Säuberungskampagne handele.

Popow kam 2013 ins Amt des Vizeverteidigungsministers und wurde 2020 nach dem Giftanschlag auf Kremlkritiker Alexej Nawalny mit EU-Sanktionen belegt. Er beaufsichtigte Forschungen in militärischen Einrichtungen, öffentlich trat er mit Kritik an Polen und Bulgarien in Erscheinung, als dort sowjetische Denkmäler entfernt wurden. Popow galt als Vertrauter Schoigus, unter dem er bereits in den Neunzigerjahren im Katastrophenschutz diente, ehe er seinem Chef ins Verteidigungsministerium folgte. Als enger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin hat Schoigu weiter Einfluss in Russland als Sekretär des nationalen Sicherheitsrates.

2024 wurde Popow festgenommen, der 69-Jährige bestritt die Korruptionsvorwürfe im Prozess. Sein Anwalt verwies darüber hinaus auf den »angeschlagenen Gesundheitszustand« Popows und kündigte an, Berufung gegen das Urteil einlegen zu wollen. Popow nahm per Videoübertragung an der Urteilsverkündung teil.

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