RTL darf Sky kaufen – Entscheidung der EU-Kommission

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Bei Fusionen und Übernahmen großer Unternehmen im Europäischen Wirtschaftsraum prüft die EU-Kommission regelmäßig, ob wettbewerbsrechtliche Bedenken bestehen. Im Fall von RTL und Sky stellte die Behörde »nach sorgfältiger Prüfung« fest, dass die Transaktion den Wettbewerb »nicht erheblich verringern würde« und genehmigte sie ohne Auflagen.

»Die Transaktion ermöglicht es etablierten europäischen Mediengruppen, ihre Position in einer Zeit des Branchenwandels zu festigen, in der sie zunehmend unter Druck von globalen Streamingplattformen stehen«, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera. Durch die Bündelung ihrer Kompetenzen seien RTL und Sky besser gerüstet, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

RTL setzt auf digitale Abo-Modelle

Durch die Integration von Sky will RTL sein Abonnementgeschäft ausbauen und unabhängiger vom klassischen TV-Werbemarkt werden, der weiter unter Druck steht. Dazu wurde auch das Angebot von RTL+ weiterentwickelt – etwa durch neue Bündelangebote wie die Kooperation mit HBO Max, die über die Vermarktungstochter AdAlliance vertrieben wird.

Durch den Kauf des Bezahlsenders erhält die Bertelsmann-Tochter zudem ‌Zugang zu Sportrechten von Sky Deutschland, darunter die Fußball-Bundesliga, ​die englische Premier League ‌und die Formel 1. Zudem geht der Streamingdienst Wow zu RTL über. Sky Deutschland, das zum US-Konzern Comcast gehört, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig.

Inwiefern sich etwas durch die Übernahme für Kundinnen und Kunden ändert, ist bisher nicht bekannt.

Sky Deutschland zählt bislang zum US-Medienkonzern Comcast. Der Kaufpreis beträgt rund 150 Millionen Euro in bar, hinzu kommt eine variable Komponente, die an den Aktienkurs der RTL Group gekoppelt ist. Je nach Kursentwicklung könnten für RTL noch bis zu 377 Millionen Euro zusätzlich fällig werden.

Was der Deal für die Branche sowie Zuschauerinnen und Zuschauer bedeutet, lesen Sie hier .

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