»Die Vorschläge der Rentenkommission markieren wichtige Schritte auf dem Weg zu einer überfälligen Reform unseres Rentensystems«, sagte der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian. Die Wirtschaft leiste bei der Alterssicherung einen enormen Beitrag. Sie sei deshalb sehr auf ein tragfähiges System angewiesen, das auch den Standort stabilisiere. »Für ein nachhaltig finanziertes Rentensystem brauchen wir aber nicht nur isolierte Reformschritte, sondern auch eine Wirtschaft, die wieder auf den Wachstumspfad kommt«, sagte Adrian. »Beides gehört zusammen.«
Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) bewertet die Empfehlungen als fundierten Beitrag für eine dringend notwendige Strukturreform. Sie hätten das Potenzial, die hohen Kosten langfristig zu begrenzen und die Rentenversicherung für die Zukunft verlässlich aufzustellen. »Die Rentenkommission setzt wichtige Impulse und zeigt der Politik eine klare Richtung: Deutschland braucht eine Abkehr von immer höheren Beiträgen hin zu einer transparenten, generationengerechten und langfristig tragfähigen Gesamtstrategie«, sagte BVR-Präsidentin Marija Kolak. Dazu gehörten eine stabile gesetzliche Rente, eine leistungsfähige betriebliche Vorsorge und die konsequente, praxistaugliche Umsetzung der bereits beschlossenen Reform der privaten Altersvorsorge.
Die Bundesregierung müsse die Lebensleistung der Menschen anerkennen, so Fahimi. Wer durchschnittlich mehr als zehn Jahre länger Beiträge gezahlt habe, müsse auch zwei Jahre früher in Rente gehen dürfen. Viele schafften es schon heute nicht, gesund bis zum Renteneintritt zu arbeiten. »Daher ist es falsch, das Rentenalter pauschal zu erhöhen und den Renteneintritt an die Lebenserwartung zu koppeln – denn das geht an der Realität viel zu vieler Menschen vorbei«, fügte Fahimi hinzu. Dass die Kommission das Rentenalter wenigstens langsamer anheben wolle, als es aktuell steigt, sei ein kleiner Lichtblick.
»Wer 45 Jahre seinen Buckel krumm gemacht hat, muss ein Recht darauf haben, abschlagsfrei früher in Rente gehen zu können«, sagte auch der Ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Auch der vorzeitige Renteneintritt für langjährig Versicherte mit 35 und mehr Beitragsjahren sei wichtig. »Abertausende Menschen, ob in der Pflege, der Paketzustellung, der Abfallwirtschaft oder anderswo können schlicht aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterarbeiten und müssen häufig vorzeitig in Rente gehen«, betonte Werneke. »Die Lebensleistung dieser Menschen abzuwerten, ist nicht akzeptabel.«
Die DIHK sieht dagegen in einem Stopp der Frühverrentung ein wichtiges Signal zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. »Hier geht es jedes Jahr um 250.000 Menschen, die dem Arbeitsmarkt erhalten bleiben«, sagte Adrian. »Das entlastet alle Beitrags- und Einzahler zugleich immerhin um zehn Milliarden Euro jährlich.« Sinnvoll seien die vorgeschlagenen Verbesserungen, um Härtefälle abzufedern. So bleibe die Reform sozial verantwortbar und ökonomisch konsequent.

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