Medien nicht nur aus Europa fordern eine entschiedene Antwort auf die Zolldrohungen der USA. Europa müsse standhaft bleiben, ohne Donald Trump zu provozieren.
19. Januar 2026, 8:22 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, hap
Internationale Medien haben die von US-Präsident Donald Trump wegen des Streits um Grönland angekündigten Sonderzölle deutlich kritisiert. Die britische Zeitung Times sieht in der Drohung einen "kruden Versuch, Zölle, die normalerweise zur Regulierung des globalen Handels eingesetzt werden, als Druckmittel gegen alle zu verwenden, die sich Trumps Politik widersetzen".
Eine weitere Zollerhöhung für Großbritannien wäre nach Einschätzung der Zeitung katastrophal und für den britischen Premierminister Keir Starmer eine "demütigende Verhöhnung" seines Versuchs, die britischen Exporte in die USA durch den Aufbau guter Beziehungen zu Trump zu schützen.
Die australische Zeitung Sydney Morning Herald schreibt, dass noch die Chance bestehe, dass Trump Vernunft zeige, in Bezug auf die Zölle nachgebe und einem Sicherheitsabkommen zu Grönland zustimme. Dafür müsste Europa standhaft bleiben, ohne Trump zu provozieren. Die Zeitung kommentiert dies als ein "zugegebenermaßen fast unmögliches Unterfangen". Die Alternative sei der Zerfall der Nato, welches aber ein "bisher undenkbares Szenario" sei.
Trump soll nicht "zu sehr gereizt" werden
Die niederländische Zeitung De Telegraaf kommentiert, dass Trump nur durch "knallharte Antworten" zu beeindrucken sei. Daher sollten die Staaten der Europäischen Union "hart zurückschlagen" und sich nicht länger kleiner als nötig machen. "Wir müssen uns unserer eigenen Stärke bewusst sein und den Mut aufbringen, es Trump mit gleicher Münze zurückzuzahlen", schreibt die Zeitung zu Meldungen über mögliche europäische Gegenmaßnahmen mit Handelszöllen.
In dieser Woche steht im Europaparlament die Abstimmung über den im Juli 2025 zwischen der EU und den USA ausgehandelten Zolldeal an. Der Neuen Zürcher Zeitung aus der Schweiz zufolge ist es möglich, dass das EU-Parlament die Umsetzung des Abkommens stoppt. Das sei aber wohl das Äußerste, wozu sich die EU durchdringen könnte. Weitere Maßnahmen, wie die Anwendung von hohen Strafzöllen oder Finanzsanktionen gegen Firmen oder Regierungen könnten Trump zu sehr reizen. Weil Europa die USA aber brauche, dürfte die EU vor allem darauf setzen, "dass der amerikanische Kongress Trump Grenzen setzt".
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