Post zum Freitag: Europas Raumfahrt, KI-Tools und effiziente Mini-PCs

vor 1 Stunde 1

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

lassen Sie mich diese Ausgabe mit einem Blick in den Weltraum beginnen. Europa kämpft im Rennen um die Vorherrschaft im All und setzt dabei auf einen entscheidenden Trumpf: Mein Kollege Arne Grävemeyer hat sich in Bremen umgeschaut und erklärt in seinem Hintergrundbericht, warum die Oberstufe der Ariane 6 zum Schlüssel für Europas Raumfahrtambitionen geworden ist. Die mehrfach zündbare Oberstufe macht die Rakete flexibler als die amerikanische Konkurrenz – und in Bremen nimmt die Fertigung gerade richtig Fahrt auf.

Von der Raumfahrt zurück auf den Boden – genauer gesagt, ans Wasser. Wer schon einmal versucht hat, gleichzeitig die Welt über und unter der Wasseroberfläche in einem einzigen Foto einzufangen, weiß, wie knifflig das ist. Thomas Haider, der diese Technik seit Jahrzehnten praktiziert, verrät in unserem Ratgeber, wie Ihnen faszinierende Split-Level-Aufnahmen über und unter Wasser gelingen. Von der richtigen Optik bis zum unverzichtbaren Domeport – der Artikel erklärt alles, was Sie für diese besondere Art der Naturfotografie benötigen.

Ob Bilder oder Artikel, vielleicht kennen Sie das Problem? Ein interessanter Artikel landet im Lesezeichenordner, ein nützlicher Link wird irgendwo gespeichert – und drei Monate später ist nichts mehr auffindbar? Wir haben uns ein Tool angeschaut, das genau hier Abhilfe schafft: Karakeep als KI-gestützter Wissenssammler für Bookmarks und Dateien auf dem eigenen Rechner. Das Tool archiviert vollständige Webseiten, erkennt Texte in Bildern per OCR und kategorisiert alles automatisch – und das ganz ohne Cloud-Abhängigkeit.

Ein Makrelenschwarm aufgenommen mit einer Nikon D800 | 14 mm | ISO 640 | f/16 | 1/250 s

(Bild: Thomas Haider)

Wer seinen digitalen Alltag ohnehin gerade neu ordnet, dem empfehle ich auch einen Blick auf unseren Bauvorschlag für einen besonders effizienten Rechner. Christian Hirsch zeigt, wie Sie einen kompakten und sparsamen Mini-PC mit nur 8 Watt Leerlaufverbrauch selbst zusammenbauen. Trotz seiner geringen Abmessungen nimmt der Rechner einen Desktop-Prozessor sowie mehrere Datenträger auf und läuft reibungslos unter Windows 11 und Ubuntu – ein echter Allrounder für Büro und Heimserver.

Apropos Alleskönner: Wer gerne bastelt und Freude an ungewöhnlicher Hardware hat, wird unseren nächsten Test lieben. Andrijan Möcker hat sich einen modernen Pager angeschaut, der an vergangene Zeiten erinnert und gleichzeitig von zeitgemäßer Technik strotzt: der T-LoRa Pager mit LoRa-Modem, GNSS, WLAN und Bluetooth im Praxistest. Das kleine Gerät für rund 100 Euro vereint ESP32-Mikrocontroller, Farbdisplay und LoRa-Mesh-Kommunikation – und lässt sich frei programmieren.

Kommen wir zum Thema KI, das uns auch in dieser Ausgabe nicht loslässt. Einerseits beschäftigt uns die Frage, was Künstliche Intelligenz für die Bildung der Zukunft bedeutet: Nico Jurran berichtet von der Learntec in Karlsruhe und erklärt, wie KI und der Digitalpakt 2.0 die Schule von morgen gestalten sollen. Fünf Milliarden Euro stehen bis 2030 bereit – doch ob das Geld wirklich zu einem echten Umdenken führt, bleibt spannend.

Andererseits stellt sich für Entwicklerinnen und Entwickler ganz konkret die Frage, was KI-gestützte Programmierung – oft „Vibe Coding“ genannt – eigentlich kostet. Stefan Müller-Mielitz hat dafür ein praktisches Modell entwickelt und erklärt, wie Sie das Tokenbudget und die Kosten für KI-gestützte Softwareentwicklung realistisch abschätzen. Spoiler: Der entscheidende Kostentreiber ist nicht der Tokenpreis, sondern die Qualität des eingesetzten Modells.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und viel Freude bei der Lektüre,

Ihr
Volker Zota
Chefredakteur heise medien

(vza)

Gesamten Artikel lesen