In Belarus ist der Medienschaffende Pawel Dabrawolski zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Dem mehrfach ausgezeichneten Journalisten wird Hochverrat vorgeworfen.
Aktualisiert am 9. März 2026, 20:26 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP, skö
Der belarussische Journalist Pawel Dabrawolski ist in seiner Heimat zu einer neunjährigen Haftstrafe in einem Hochsicherheitsgefängnis verurteilt worden. Ihm wird Hochverrat vorgeworfen. Nach Angaben des belarussischen Journalistenverbands wurde Dabrawolski bei einem Prozess vor dem Minsker Stadtgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit schuldig gesprochen.
Das Urteil zeigt Verbandspräsident Andrej Bastunez zufolge, dass die Behörden den Druck auf Medienschaffende in seinem Land verstärkten, das mit Blick auf die Redefreiheit bereits die schlechteste Bilanz in Europa habe. "Die Repression eskaliert", sagte Bastunez.
In der Vergangenheit hatte Dabrawolski für verschiedene Medien aus dem In- und Ausland gearbeitet, für seine Berichterstattung wurde er mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt war der 36-Jährige für die Nachrichtenagentur BelaPAN tätig, die von den belarussischen Behörden als extremistisch eingestuft wurde.
Fünf Journalisten seit Anfang 2026 verurteilt
Dabrawolski ist laut dem Journalistenverband in diesem Jahr bereits der fünfte Medienschaffende, der inhaftiert wurde. Erst Ende Februar hatte ein Gericht in Belarus zwei unabhängige Journalisten zu Haftstrafen von zwölf beziehungsweise 14 Jahren verurteilt. 28 Journalisten sitzen nach Angaben des Verbands derzeit in belarussischen Gefängnissen.
Die im Exil lebende Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja kritisierte das Urteil und sprach von konstruierten Vorwürfen. "Dabrawolskis einziges Verbrechen war, seiner Arbeit nachzugehen und über die Proteste von 2020 nach den gestohlenen Wahlen zu berichten", sagte sie. Tichanowskaja war bei Präsidentenwahl 2020 gegen Machthaber Alexander Lukaschenko angetreten. Damals hatte sie den Platz ihres Ehemanns Sergej Tichanowski eingenommen, der während des Wahlkampfs verhaftet wurde.
Viele betrachten sie als wahre Siegerin der Wahl, die von der Opposition und vielen Ländern als manipuliert angesehen wird. Damals sicherte sich Lukaschenko, der das Land inzwischen seit mehr als drei Jahrzehnten regiert, seine sechste Amtszeit. Seit 2020 wurden in Belarus Tausende Regierungskritiker verhaftet und viele von ihnen verurteilt.

vor 2 Stunden
1









English (US) ·