Patent-Anmeldungen: Deutschland verzeichnet Rückgang, Computertechnik im Aufwind

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Beim Europäischen Patentamt (EPA) ist die Zahl der Patentanmeldungen 2025 erstmals über die Marke von 200.000 gestiegen – doch aus Deutschlands Innovationszentren kamen weniger Anträge als im Jahr zuvor.

Erfinderinnen, Erfinder und Unternehmen aus Deutschland reichten nach Angaben des sogenannten Technology Dashboard 24.476 Patentanmeldungen ein, 2024 waren es noch 25.033. Das entspricht einem Rückgang von 2,2 Prozent. Patentanmeldungen gelten als ein Frühindikator für Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Deutschland bleibt weiterhin das anmeldestärkste Land Europas und liegt weltweit auf Platz zwei hinter den USA mit 47.008 Patentanmeldungen (minus 1,6 Prozent). China zog erstmals an Japan vorbei und erreichte mit 22.031 Anmeldungen (plus 9,7 Prozent) den dritten Platz.

Das Europäische Patentamt hat 2025 nach eigenen Angaben ein Rekordjahr verzeichnet: Insgesamt gingen 201.974 Patentanmeldungen ein – plus 1,4 Prozent im Vergleich zu 2024.

Siemens und BASF aus Deutschland führend

Die Anmeldungen aus Deutschland legten In der Computertechnik deutlich zu. In anderen anmeldestarken Feldern gingen sie dagegen zurück.

In der Computertechnik verzeichnet das EPA aus Deutschland ein Plus von 10,3 Prozent. Mit 1719 Anmeldungen gehört Computertechnik damit zum drittstärksten Technologiefeld deutscher Anmelder. Siemens, Robert Bosch und die Fraunhofer-Gesellschaft gehören in der Computertechnik zu den Top 15-Anmeldern beim EPA.

In den KI-bezogenen Teilbereichen der Computertechnik wurden 279 Patente aus Deutschland gemeldet (2024: 282). Der deutsche Anteil an allen KI-bezogenen Patentanmeldungen beim EPA lag 2025 bei 11,4 Prozent.

An der Spitze bei Patenteinreichungen steht in Deutschland der Bereich »Elektrische Maschinen, Geräte und Energie« mit 1921 Anmeldungen (minus 5,4 Prozent). Dahinter folgt das Transportsegment mit 1737 Anmeldungen (minus 9,1 Prozent).

Im Transportbereich bleibt die Bundesrepublik trotz Rückgangs führend und steht laut EPA für 17,6 Prozent aller europäischen Patentanmeldungen in diesem Sektor.

Unter den größten Anmeldern beim EPA liegen weiterhin Samsung, Huawei und LG vorn. Aus Deutschland gehören Siemens (Platz 6) und BASF (Platz 8) zu den Top Ten. Unter die ersten zehn kamen insgesamt vier europäische Unternehmen. So konnte sich Nokia von Platz 12 im Jahr 2024 auf Platz 5 vorarbeiten.

Der drittgrößte Anmelder aus Deutschland ist Robert Bosch und schafft es damit im globalen Ranking auf Platz 14. Unter den europäischen Forschungseinrichtungen verzeichnete die Fraunhofer-Gesellschaft 2025 ein starkes Wachstum bei den Patentanmeldungen und verdrängt damit das französische Forschungsinstitut CEA von Platz 1 im entsprechenden Ranking.

Die Auswertung zeige, welche Industrien Fortschritte erzielt haben und wo noch Lücken bestehen, sagte EPA-Präsident António Campinos. In Europa bleibe ein besonderer Fokus auf strategische Sektoren wie KI, Halbleiter, Gesundheit und Quantentechnologien notwendig.

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