Parlamentswahl in Ungarn: Magyar sagt die Abwahl von Viktor Orbán voraus

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Ungarns Oppositionspolitiker Péter Magyar hat tausenden Anhängern den Sieg seiner Partei Tisza in Aussicht gestellt. Viktor Orbán werde morgen abgewählt, sagte er.

Aktualisiert am 11. April 2026, 21:55 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa,

 Péter Magyar, Vorsitzender der oppositionellen Tisza-Partei bei der Abschlusskundgebung seines Wahlkampfs in Debrecen, Ungarn.
Péter Magyar, Vorsitzender der oppositionellen Tisza-Partei bei der Abschlusskundgebung seines Wahlkampfs in Debrecen, Ungarn. © Marton Monus/​Reuters

Der ungarische Oppositionschef Péter Magyar hat vor tausenden Anhängern die Abwahl des seit 16 Jahren regierenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán vorhergesagt. Am Vorabend der Parlamentswahl in Ungarn sprach er bei einer Kundgebung zu seinen Anhängern. "Viele Millionen Ungarn werden morgen für ein europäisches, funktionsfähiges, menschliches, freies und unabhängiges Ungarn stimmen", sagte Magyar.

Die Abschlusskundgebung zum Wahlkampf der bürgerlichen Tisza-Partei fand in der ostungarischen Stadt Debrecen statt und zählte mehr als 10.000 Besuchende. Die Anhänger der Oppositionspartei füllten den großen Platz vor der Universität in Ungarns zweitgrößter Stadt.

Tisza laut Meinungsumfragen vor Fidesz

Magyar präsentierte sich im Wahlkampf als proeuropäisch und kritisierte Orbáns Nähe zu Russland. "Morgen werden wir die Staatspartei Fidesz bezwingen und unsere wunderbare Heimat von Korruption, Lüge, Hassrede und Verarmung befreien", sprach Magyar zu seinen Anhängern. Der Platz Ungarns sei nach den Aussagen des Oppositionspolitikers in Europa.

Viktor Orbán betonte am Vorabend der Parlamentswahl, dass nur ein Sieg seiner Partei Fidesz verhindere, dass sein Land in den Krieg in der Ukraine hineingezogen werde. "Frieden ist das wichtigste Ziel dieser Wahl", sagte der Ministerpräsident vor Tausenden Anhängern in Budapest. Er könne verstehen, dass junge Leute einen Generationswechsel in der Politik wünschten, sagte Orbán. Jedoch sei die Zeit dafür noch nicht gekommen: "Wir leben im Zeitalter der Gefahren", sagte Orban, daher seien erfahrene Politiker in der Regierung notwendig.

Rund acht Millionen Ungarn können am Sonntag ein neues Parlament wählen. Magyar gründete die Mitte-rechts-Partei Tisza erst vor zwei Jahren, die junge Partei könnte jedoch laut Meinungsumfragen zur stimmenstärksten Kraft des Landes zählen. Das von Orbán geschaffene Wahlsystem wird allerdings als unausgewogen wahrgenommen. Kritikerinnen und Kritiker werfen dem rechtsnationalen Ministerpräsidenten den Abbau der Demokratie und die Missachtung der Medienfreiheit in Ungarn vor. Mit den ersten Wahlergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet.

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