Konflikte zwischen Ost- und Westdeutschen werden aus Sicht von FDP-Vizechefin Linda Teuteberg künstlich geschürt. »Es gibt eine Ressentimentpolitik, ursprünglich von der PDS als vermeintlich einziger Anwältin der Ostdeutschen in den Neunzigerjahren und heute auch von der AfD«, sagte die frühere Bundestagsabgeordnete aus Brandenburg der Deutschen Presse-Agentur.
»Die Ostidentität wurde nachträglich erfunden«, fügte sie hinzu. »Vor der Vereinigung haben sich nämlich Ostdeutsche meist als Deutsche im geteilten Deutschland verstanden und hielten am Zusammengehören fest.« Zwar hätten 40 Jahre Teilung zu unterschiedlichen Erfahrungen und Prägungen geführt. »40 Jahre Teilung brauchen nach menschlichem Ermessen auch 40 Jahre der Heilung«, sagte die 45-Jährige. Aber: »Heute stellt sich die Frage: Wer bewirtschaftet tatsächliche oder vermeintliche Unterschiede? Wessen politisches Geschäftsmodell ist die Teilung?«
Auch die Ursachen der ungleichen Vermögensverhältnisse in Ost und West lägen zum Teil vor 1990, sagte die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende. »Durch 40 Jahre Sozialismus gab es weniger Möglichkeiten, Vermögen zu bilden. Das hat Nachwirkungen, aber wir dürfen nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Die politischen Ränder links und rechts nutzen das für ihre heutigen politischen Zwecke aus.«
Teuteberg äußerte sich kurz vor dem 65. Jahrestag des Mauerbaus vom 13. August 1961. »Der SED-Staat war eine Diktatur und ein großes Gefängnis«, sagte sie. »Der Jahrestag des Mauerbaus ist Anlass, sich daran zu erinnern, wie wertvoll Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie sind. Und all jenen zu widersprechen, die den fundamentalen Unterschied zwischen einem demokratischen Rechtsstaat und einer totalitären Diktatur systematisch verwischen wollen.«
Eine Berliner FDP-Politikerin wirbt für die Wahl zum Abgeordnetenhaus mit dem Slogan »und ich bin nicht Lindner«. Was da los ist, lesen Sie hier.

vor 54 Minuten
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