Wer an Techno denkt, denkt oft auch an den Konsum harter Drogen wie MDMA oder Amphetamine – doch Loveparade-Gründer Dr. Motte sieht das größere Risiko offenbar bei einer anderen Droge: »Alkohol ist eine der stärksten Drogen auf diesem Planeten«, sagte Matthias Roeingh, so der bürgerliche Name des DJs, der »Neuen Osnabrücker Zeitung« .
Er argumentiert dafür, dass betrunkene Menschen nicht in Technoclubs passen. Alkoholkonsum mache »Menschen unkontrolliert, unbeherrscht und zerstört die Gesellschaft. Technokultur ist nicht Alkohol.« Clubs müssten Schutzräume sein, in die betrunkene Menschen nicht hineinpassten, sagte er.
Dennoch sei ein Verbot auf Techno-Events »leider unmöglich, deshalb setze ich auf Aufklärung«. Man müsse Warnhinweise anbringen, sagt Dr. Motte, »aber das bringt ja schon bei Zigaretten nichts«. »Mit dem Alkohol ist es noch schwerer, weil er gesellschaftlich so tief etabliert ist. Er ist überall, man findet quasi an jeder Straßenecke Drogenhändler.« Tatsächlich beklagen auch Forschende, dass Alkohol in Deutschland zu billig und zu leicht verfügbar sei. Mit gravierenden Folgen: Laut Jahrbuch Sucht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sind jährlich 44.000 Todesfälle und sieben Millionen Krankenhausbehandlungen auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Die direkten und indirekten volkswirtschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums in Deutschland beziffern Experten auf rund 57 Milliarden Euro.
Zu anderen Betäubungsmitteln äußert sich Dr. Motte in diesem Interview nur am Rande. Es seien »Vorurteile«, dass Techno mit »extremem Kontrollverlust, Kommerz, Hörsturz und Drogen« zusammenhänge. Studien und Befragungen legen allerdings nahe, dass Besucher von Technoveranstaltungen häufiger beispielsweise MDMA, Amphetamin, Kokain und Ketamin konsumieren als die Allgemeinbevölkerung. Das gilt allerdings auch für Alkohol und Nikotin.

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