Nicolás Maduro: Prozess gegen Maduro und Flores in den USA beginnt im Juni 2027

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Ein US-Gericht hat den Termin für den Prozess gegen den abgesetzten Präsidenten Venezuelas, Nicolás Maduro, festgelegt. Maduros Anwalt pocht auf dessen Immunität.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, AP, 22. Juli 2026, 21:06 Uhr

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Vor dem Gerichtsgebäude in Manhattan gab es sowohl Proteste für und als auch gegen Maduro. © Michael M. Santiago/​Getty Images

Der von den USA entführte venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores müssen sich ab dem 1. Juni 2027 vor Gericht verantworten. Ein Bundesgericht in New York setzte den Termin fest. Die Angeklagten äußerten sich bei der 15-minütigen Anhörung nicht. Den beiden droht eine lebenslange Haftstrafe wegen sogenanntem »Drogenterrorismus«

Die US-Staatsanwaltschaft wirft Maduro und Flores vor, sich an der Spitze Venezuelas mit Drogenkartellen verbündet und tonnenweise Kokain in die USA geschmuggelt zu haben. Beide hatten Anfang Januar in New York auf nicht schuldig plädiert.

Maduros Anwalt will die Anklage anfechten

Ihre Anwälte bestreiten die Rechtmäßigkeit des US-Militäreinsatzes, bei dem der 63-Jährige und seine 69-jährige Frau gefangengenommen und außer Landes gebracht worden waren. Seither sitzen Maduro und Flores in einem Gefängnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn ein. Maduros Anwalt kündigte an, die Anklage mit Verweis auf die staatliche Immunität seines Mandanten anzufechten. Sollte dies erfolgreich sein, müsste sich Maduro dem Verfahren nicht weiter stellen.

Vor dem Gerichtsgebäude in Manhattan demonstrierten Anhänger und Gegner des gestürzten Staatschefs. Einige trugen Plakate mit Aufschriften wie »Befreit Präsident Maduro« und schwenkten venezolanische Flaggen. Gegendemonstranten hielten Plakate in die Höhe, auf denen Maduro und Flores als »Diktatoren« bezeichnet wurden.

Maduro droht zusätzlich ein Zivilprozess

Neben dem Strafverfahren droht Maduro auch ein Zivilprozess. Die Familien von fünf jungen Männern, die in Venezuela hingerichtet worden waren, reichten Anfang Juli Klage ein. Sie werfen dem früheren Staatschef vor, willkürlich staatliche Gewalt ausgeübt zu haben. Er regierte Venezuela fast 13 Jahre lang autokratisch.

Nach Maduros Gefangennahme war dessen Stellvertreterin Delcy Rodríguez vom Obersten Gericht Venezuelas zur Übergangspräsidentin ernannt worden. Sie arbeitet mit den USA zusammen und hat den USA die Kontrolle über die Ölexporte Venezuelas ermöglicht.

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