News: SPD, Bärbel Bas, Lars Klingbeil, Donald Trump, Iran-Krieg, Udo Lindenberg, Holocaust

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Die Lage am Morgen Bas und Klingbeil bleiben. Ihre Argumente überzeugen nicht

Heute geht es um die Lage in zwei Bundesländern nach den Wahlen und die Auswirkungen auf den Bund. Um die schlechten Optionen, die Trump im Irankrieg noch hat. Und um eine wichtige Geschichtsausstellung in Berlin.

24.03.2026, 05.42 Uhr

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Die Probleme liegen im Bund

Heute beginnen die Sondierungsgespräche zwischen Grünen und CDU zur Bildung einer Regierung nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Die beiden Parteien regieren schon seit zehn Jahren gemeinsam unter dem scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Eigentlich sollten sie sich also auch weiterhin zusammenraufen können.

 Sie wollen bleiben

SPD-Parteivorsitzende Lars Klingbeil, Bärbel Bas: Sie wollen bleiben

Foto: Florian Gaertner / IMAGO

Unmittelbar nach der Wahl vor zwei Wochen hatte es zwar gerumpelt, aber nur ein bisschen. Weil das Ergebnis knapp ausgefallen war, hieß es bei der unterlegenen CDU, man könne doch nach der Hälfte der Legislaturperiode den Ministerpräsidentenposten einfach tauschen. Dieser Vorschlag klang dem voraussichtlich nächsten Ministerpräsidenten Cem Özdemir wohl zu sehr nach Stuhlkreis.

In Rheinland-Pfalz, wo vorgestern gewählt wurde, zeichnen sich wiederum Sondierungsgespräche zwischen CDU und SPD ab. Sollte es so kommen, dürften auch sie relativ ruhig verlaufen. Schon im Wahlkampf sind die beiden Parteien fair miteinander umgegangen.

Die Probleme liegen zurzeit eher im Bund.

Die SPD-Chefs Bärbel Bas und Lars Klingbeil werden mit einigem Recht für die Verluste der Partei in beiden Ländern verantwortlich gemacht (mehr hier ). Auf die Vorwürfe reagieren sie gefasst, um nicht zu sagen: selbstbewusst. Ihre Ämter wollen sie behalten, um des Landes willen, so argumentieren sie. In der schwierigen Weltlage solle sich nun nicht auch noch die SPD »zerfleischen«, erklärte Bas gestern Abend in der ARD.

Naja. Ob die SPD sich nun zerfleischt oder nicht, liegt auch in der Hand der Parteivorsitzenden. Natürlich würden Umbauten an der Spitze Kraft kosten, sie könnten aber auch Kraft freisetzen.

Denkbar wäre es durchaus gewesen, dass Bas und Klingbeil sich auf ihre Ämter als Arbeitsministerin und Finanzminister konzentriert und den Parteivorsitz und – im Fall Klingbeils – die Vizekanzlerschaft anderen überlassen hätten.

So etwas kann man chaotisch machen. Oder souverän.

Lose-Lose-Situation

US-Präsident Donald Trump hat seine angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke um fünf Tage verschoben und behauptet nun, mit der Führung der Islamischen Republik in produktiven Gesprächen zu sein. Die iranische Führung bestreitet aber, dass es diese Gespräche überhaupt gibt (alle aktuellen Entwicklungen hier in der Liveanalyse).

Wie auch immer es wirklich ist – Trump scheint einen Ausweg aus dem Krieg zu suchen, möglichst gesichtswahrend, versteht sich (mehr dazu hier ).

 Gesichtswahrender Rückzug?

US-Präsident Donald Trump: Gesichtswahrender Rückzug?

Foto:

Jim Watson / AFP

Um in der Sprache seines Landes zu bleiben, hat er eine Lose-Lose-Situation geschaffen. Eskaliert er weiter, zieht er die halbe Welt nur noch mehr in Mitleidenschaft. Steigt er aus, hinterlässt er ein iranisches Regime, so schreibt mein Kollege Maximilian Popp aus dem Auslandsressort, das »radikaler und selbstbewusster ist denn je«.

Eine Wissenslücke, die keine war

Heute können Presseleute die Ausstellung »Der Holocaust – Was wussten die Deutschen?« der Stiftung Topographie des Terrors besichtigen. Die Ausstellung wird ab morgen im Dokumentationszentrum der Stiftung zu sehen sein.

 Im Prinzip Bescheid gewusst

NS-Dokumentationszentrum Topographie des Terrors: Im Prinzip Bescheid gewusst

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Die Frage »Was wussten die Deutschen?« heutzutage noch zu stellen, mag etwas seltsam wirken.

Experten sind sich längst einig, dass die deutsche Bevölkerung der NS-Zeit durchaus Bescheid wusste, was in ihrem Land vorging, denn sie waren ja Teil dieser Vorgänge.

Die nationalsozialistische Führung hat das eigene Volk auch absichtlich zu Mittätern und Mitwissern der Verbrechen gemacht, und zwar aus einem pragmatischen Grund: Die Deutschen sollten sich vor einer Niederlage im Zweiten Weltkrieg fürchten. Sie ahnten ja, dass mit einer Niederlage die NS-Verbrechen vor den Augen der Welt sichtbar würden.

Doch obwohl das alles bekannt ist, zeigen Studien immer wieder, dass die heutigen Deutschen sich gern herausreden, wenn es um die Mitwisserschaft oder sogar die Beteiligung ihrer eigenen Vorfahren an den Verbrechen geht.

Insofern trifft die Leitfrage der Ausstellung immer noch einen wunden Punkt.

Auch eine Variante dieser Frage wäre angebracht: Wollen die Deutschen überhaupt wissen, dass ihre Vorfahren sehr viel wussten?

Hier geht’s zum aktuellen Tagesquiz

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Gewinner des Tages…

…ist Udo Lindenberg. Im Mai feiert er seinen 80. Geburtstag, aber heute ist er schon mal der Gewinner, weil er im Hamburger Miniatur Wunderland einen Minizug einweihen wird, der den Namen »Panik-Express« trägt und durch seine Lebensstationen zuckeln soll.

 Ein Zug soll durch Lindenbergs Lebensstationen zuckeln

Miniatur Wunderland: Ein Zug soll durch Lindenbergs Lebensstationen zuckeln

Foto: Markus Scholz / dpa

Name und Funktion passen zu seinem Werk.

»Sonderzug nach Pankow« ist eines der bekanntesten Lieder von Udo Lindenberg und »Panik« scheint sein Lieblingswort zu sein: »Panikorchester«, »Keine Panik« »Best of Panik«, »Panik«-Tournee.

Udo Lindenberg hat diesem furchteinflößenden Wort eine beinahe freundliche Bedeutung gegeben.

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