News: Donald Trump, Iran, Benzin-Preise, Migration, EU, Frontex

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Die Lage am Morgen Trumps Krieg und die toten Schulkinder von Minab

Heute geht es um die ersten Untersuchungsergebnisse zum mutmaßlichen US-Angriff auf eine Schule in Iran, um die sinkenden Zahlen zur irregulären Migration in die EU – und um die Frage: Was tun gegen hohe Benzinpreise?

12.03.2026, 05.45 Uhr

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175 Tote in iranischer Schule – und wer ist schuld?

Bei einem Wahlkampfauftritt in einer Fabrik im US-Bundesstaat Ohio hat Präsident Donald Trump verkündet, der Militäreinsatz gegen Iran laufe gut (alle aktuellen Entwicklungen hier im Newsblog). Er grinste und freute sich sichtlich, als er sich mit einer Gruppe Fabrikarbeiter zum Foto aufstellen durfte. Alles normal, alles im Griff, lautete die Botschaft des Präsidenten an das heimische Publikum.

Also, alles bestens? Wohl eher nicht.

Donald Trump in Ohio

Donald Trump in Ohio

Foto: Jim Watson / AFP

Zum Glück gibt es in den USA weiterhin (in Teilen) eine unabhängige und furchtlose Presse, die auflistet, was in Trumps Krieg schiefläuft. Es ist eine Menge: Jetzt berichten die »New York Times« und andere US-Medien über erste Ergebnisse einer internen US-Militäruntersuchung zu dem verheerenden Angriff auf eine Schule in der iranischen Stadt Minab. Dort waren offenbar gleich zu Beginn des Krieges 175 Menschen ums Leben gekommen, die allermeisten davon Kinder (mehr dazu hier).

Laut der Zeitung scheinen die vorläufigen Untersuchungsergebnisse den Verdacht zu bestätigen, dass die Schule von einer US-amerikanischen Tomahawk-Rakete getroffen wurde. Die Zielplaner sollen veraltete Geheimdienstinformationen genutzt haben, in denen das Schulgebäude der nahe gelegenen Marinebasis des iranischen Militärs zugerechnet wurde.

Noch seien zahlreiche Fragen ungeklärt. Doch sollten sich die vorläufigen Ergebnisse zum Ende der Untersuchung bestätigen, wäre der Angriff sicherlich einer der folgenschwersten Fehler des US-Militärs der vergangenen Jahrzehnte. Wer übernimmt dann dafür die Verantwortung? Einer ganz bestimmt nicht. Als Trump auf den Bericht angesprochen wurde, sagte er nur: »Ich weiß davon nichts.«

Deutlich weniger irreguläre Einreisen

Wenn Frontex neue Zahlen veröffentlicht, schaut die Berliner Politik in der Regel recht genau hin. Mit gut 3000 Mitarbeitern an allen EU-Außengrenzen beobachtet die Agentur die Versuche, irregulär in die EU einzureisen. Also ohne gültige Papiere oder Einreisegenehmigung. Verallgemeinert könnte man sagen, dass die Frontex-Zahlen damit auch eine Bewertung zulassen, ob die deutschen und EU-Maßnahmen gegen diese Form der Migration greifen oder nicht.

Geflüchtete an einem Hafen in Griechenland

Geflüchtete an einem Hafen in Griechenland

Foto: Costas Metaxakis / AFP

Für heute hat Frontex einen neuen Bericht über die ersten beiden Monate 2026 angekündigt. Mein Kollege Matthias Gebauer konnte die Zahlen schon vorher einsehen. Demnach ist die irreguläre Migration nach Europa auch 2026 erneut deutlich zurückgegangen – in den ersten beiden Monaten registrierten die Grenzschützer rund 12.000 irreguläre Einreisen, das sind 52 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Für den Rückgang nennen die Frontex-Analysten zwei Gründe: Zum einen sei das Wetter auf den Hauptrouten sehr schlecht gewesen. Zudem aber wirkt sich auch die deutlich restriktivere Haltung Berlins auf die Zahlen aus, heißt es bei Frontex. Mittlerweile habe sich herumgesprochen, dass die Einreise nach Deutschland, nach wie vor für die meisten Migranten das Ziel in Europa, deutlich schwerer ist als früher.

Einer der Schwerpunkte der Einreiseversuche bleibt laut Frontex die Passage über das Mittelmeer, gut 30 Prozent aller Migranten versuchten es über diese Route (mehr hier). Unter den Migranten zählte Frontex vor allem Afghanen, Menschen aus Bangladesch und Algerien. Auch eine der Befürchtungen, die derzeit die Politik in Berlin beschäftigen, erwähnt Frontex in dem neuen Bericht. Demnach droht durch den Krieg im Nahen Osten eine neue Fluchtbewegung (mehr dazu hier). Frontex werde auch dieses Phänomen genau beobachten, so der Report.

Tanken ist kein Spaß

Nachdem wir uns in diesem Krisenjahrzehnt allesamt bereits selbst zu Experten für Coronaimpfungen und den Füllstand der Gas-Speichertanks ausgebildet haben, kommt nun im Zuge von Donald Trumps Nahostkrieg eine weitere Disziplin hinzu: das Erforschen des besten Moments für den Besuch einer Tankstelle.

Benzinpreise an deutscher Tankstelle

Benzinpreise an deutscher Tankstelle

Foto: Katharina Kausche / dpa

Die Benzinpreise in Deutschland sind nach Beginn des Krieges bekanntlich stark gestiegen, Autofahren macht jetzt noch weniger Spaß (mehr dazu hier ). Es liegt dabei auch der Verdacht nahe, dass die Mineralölkonzerne es mit den Preiserhöhungen übertreiben und sich die Taschen ziemlich vollmachen (mehr hier). Doch es naht angeblich Abhilfe. Die Bundesregierung will auf die stark steigenden Benzinpreise mit einer aus Österreich erprobten Maßnahme reagieren: Tankstellen sollen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen, nämlich mittags um 12 Uhr (senken dürfen sie hingegen beliebig oft).

Was man bei dieser Gelegenheit erfährt, ist, dass Tankstellen in Deutschland bisher im Durchschnitt 22-mal am Tag die Preise ändern. Das klingt übertrieben. Bringt die geplante 12-Uhr-Regelung jetzt wirklich Entlastung? Der ADAC-Experte Christian Laberer ist skeptisch. Er sagte meinem Kollegen Michael Kröger: »Aus Sicht des ADAC kann durch eine Beschränkung auf eine einzelne Preiserhöhung nicht vollends ausgeschlossen werden, dass Gewinne maximiert werden und Preise unangemessen steigen.«

Lesen Sie hier den aktuellen SPIEGEL-Leitartikel

  • Draußen in der Welt macht der Kanzler eine gute Figur. Oder nicht? Über Friedrich Merz hieß es bislang, er mache bei allen innenpolitischen Schwierigkeiten wenigstens erfolgreiche Außenpolitik. Daran kann man Zweifel haben. 

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Außenminister Johann Wadephul und deutsche Reisende

Außenminister Johann Wadephul und deutsche Reisende

Foto:

Sebastian Gollnow / dpa

… ist Außenminister Johann Wadephul. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten legen der CDU-Mann und sein Ministerium inzwischen einen beachtlichen Eifer bei der Evakuierung von Deutschen aus der Krisenzone im Nahen Osten an den Tag.

Nach einem kurzen diplomatischen Besuch im Emirat Katar sorgte der Minister sogar dafür, dass einige deutsche Staatsangehörige mit ihm an Bord einer Militärmaschine der Luftwaffe ausfliegen konnten. Das Ganze durfte von der Presse fotografiert werden, damit daheim auch jeder die gute Tat des Ministers mitbekommt.

Noch zu Beginn der Krise hatte der Außenminister in einigen verunglückten Interviews den Eindruck vermittelt, er sei für die Gestrandeten nur so halb oder kaum zuständig. Das nennt man dann wohl: Wiedergutmachung.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • Zugkollision im Hauptbahnhof Bayreuth – acht Verletzte: Im Bayreuther Hauptbahnhof sind zwei Regionalzüge zusammengestoßen: Acht Menschen wurden verletzt, eine Person musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Der Bahnhof wurde komplett gesperrt.

  • Frau im Publikum kollabiert – Trump wünscht sich dazu Pavarotti: Donald Trump lästerte bei einem Auftritt in Kentucky gerade über die Demokraten, da brach hinter ihm eine Zuschauerin zusammen. Der US-Präsident reagierte auf den Vorfall mit dem ihm eigenen Taktgefühl.

  • Küchenchef des weltberühmten Restaurants Noma tritt nach Gewaltvorwürfen zurück: 23 Jahre lang stand René Redzepi an der Spitze des Kopenhagener Restaurants Noma – vielfach ausgezeichnet als das beste der Welt. Gegenüber Mitarbeitern soll der Spitzenkoch einst gewalttätig geworden sein. Nun zieht er Konsequenzen.

Heute bei SPIEGEL Extra: Kein freier Therapieplatz? So kann es trotzdem klappen

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Antoine Rouleau / Getty Images

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