Analoger Film, ein Relikt vergangener Tage? Wer das glaubt, hat die Rechnung ohne die wachsende Community der Filmfotografen gemacht. Und ohne Light Lens Labs, die offenbar nicht nur Objektive im Leica-Stil bauen, sondern jetzt auch ins Filmgeschäft einsteigen. Das Hongkonger Unternehmen hat einen neuen Schwarzweißfilm angekündigt. Der soll einen ganz eigenen Charakter mitbringen – kein weiterer Tri-X-Klon also, sondern etwas mit eigenständiger Persönlichkeit.
(Bild:
heise
)Silberkörner mit Charakter
Zur Emulsion gibt es noch wenig Konkretes, aber Light Lens Labs verspricht eine besondere Kornstruktur und Tonalität, die sich von den üblichen Verdächtigen auf dem S/W-Markt abheben soll. Kodak und Ilford schrauben die Preise für ihre Klassiker regelmäßig nach oben – da ist jeder neue Mitspieler willkommen, vorausgesetzt, Verfügbarkeit und Preis stimmen. Denn das eigentliche Problem der analogen Fotografie ist längst nicht mehr, ob jemand noch Film kaufen will, sondern ob man ihn bekommt, ohne dafür einen Kleinkredit aufzunehmen. Wer sich an die bisherigen Produkte von Light Lens Labs erinnert, etwa die Nachbauten klassischer Leica-Objektive, der weiß: Die Firma hat ein Händchen für Nischenprodukte mit Enthusiasten-Appeal. Ob der neue Film dieses Versprechen einlöst, zeigt sich, wenn die ersten Rollen in der Entwicklerdose landen.
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FBI jagt Drohnenpiloten bei der Fußball-WM
Deutlich weniger entspannt als das Einlegen eines frischen Films dürfte die Stimmung bei manchen Drohnenpiloten in den USA sein. Zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat die FAA großflächige Flugverbotszonen rund um Stadien, Fan-Feste und Mannschaftsquartiere eingerichtet – und das FBI meint es ernst. Allein in Atlanta wurden 13 Drohnen beschlagnahmt, bevor der Ball überhaupt richtig rollte. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer seine Drohne in der Nähe eines WM-Spielorts steigen lässt, riskiert Strafen von bis zu 100.000 US-Dollar.
Man mag das für übertrieben halten. Doch die Sicherheitslage bei Großveranstaltungen ist nun einmal eine andere als beim Sonntagsflug über dem heimischen Acker. Für Fotografen und Videografen, die auf Luftaufnahmen spezialisiert sind, heißt das schlicht: Finger weg, es sei denn, man hat eine ausdrückliche Genehmigung. Und die dürfte ungefähr so leicht zu bekommen sein wie ein Stammplatz in der Nationalmannschaft. Übrigens gilt die Regelung nicht nur während der Spiele, sondern auch bei den offiziellen Events drumherum. Wer also gehofft hatte, wenigstens die Fan-Meile von oben zu filmen – Pech gehabt.
Adobe macht Lightroom zum Videogenerator
Während das FBI Drohnen vom Himmel holt, hebt Adobe seine Creative Cloud auf ein neues Level. Oder versucht es zumindest. Das Unternehmen hat eine ganze Reihe von KI-Funktionen für Lightroom und Photoshop angekündigt, die den Nutzern mehr Kontrolle über die generativen Werkzeuge verschaffen sollen. Der eigentliche Knaller: Lightroom kann jetzt aus Fotos Videos generieren. Ja, richtig gelesen. Ausgerechnet die Bildverwaltung, in der man bisher Regler schubste und Weißabgleiche korrigierte, wird zum Bewegtbild-Werkzeug.
Allerdings – und das ist das berühmte Kleingedruckte – ist diese Funktion die erste innerhalb von Lightroom, die sogenannte Generative Credits verbraucht. Also jene Währung, die Adobe seinen Abonnenten je nach Tarif in unterschiedlicher Menge zuteilt. Wer viel generiert, zahlt mehr. Das Modell kennt man bereits von der Web-App Firefly, jetzt zieht es auch in die Desktop-Anwendung ein. Ob das die Fotografen begeistert, die Lightroom vor allem als schnelles Werkzeug für den Bearbeitungsalltag schätzen? Eher nicht. Denn beim Sortieren von 2000 Hochzeitsfotos will man eigentlich nicht auch noch Credits im Blick behalten.
Spannender für den Arbeitsalltag dürften die verbesserten KI-gestützten Auswahl- und Maskierungswerkzeuge sein. Hier verspricht Adobe, dass Nutzer feiner eingreifen können, statt der KI blind vertrauen zu müssen. Klingt nach einem vernünftigen Ansatz: KI als Assistent, nicht als Autopilot. Ob Adobe diese Balance in der Praxis hält, zeigen die kommenden Updates.
Analoges Comeback, digitale Kontrolle
Die Woche führt einmal mehr vor Augen, wie weit das Spektrum der Fotografie reicht. Auf der einen Seite ein neuer Schwarzweißfilm, der an die handwerklichen Wurzeln des Mediums erinnert. Auf der anderen KI-generierte Videos aus einer Software, die einmal als digitale Dunkelkammer begann. Und dazwischen ein FBI, das Drohnen einsammelt.
(tho)











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