Navee N65i II im Test: Mit 1350 Watt einer der stärksten E-Scooter unter 600 €

vor 1 Stunde 1

Der E-Scooter Navee N65i II verbessert den beliebten N65i. Er bietet nun 1350 W Spitzenleistung, üppige 150 kg Zuladung und eine hohe Reichweite.

Navee mischt den E-Scooter-Markt seit einigen Jahren auf. Der chinesische Hersteller gilt mittlerweile als ernstzunehmende Alternative zu den Platzhirschen Segway und Xiaomi. Bereits der Navee ST3 Pro (Testbericht) überzeugte uns mit exzellenter Federung und hochwertiger Verarbeitung.

Jetzt schickt Navee den Nachfolger des sehr beliebten N65i (Testbericht) ins Rennen. Achtung: Viele Online-Händler wie Amazon führen das Modell weiterhin unter der alten Bezeichnung, liefern aber tatsächlich schon die neue Version aus. Ein auffälliger Unterschied fällt schnell ins Auge – die Frontfederung ist beim N65i II verkleidet.

Mit einem Preis von 559 Euro bei Amazon siedelt sich der N65i II im unteren Mittelfeld an. Wie sich der neue Navee schlägt, klärt unser Test.

Aufbau, Optik & Verarbeitung

Der Aufbau gelingt gewohnt zügig. Der E-Scooter kommt weitgehend vormontiert beim Käufer an, lediglich der Lenker will noch festgeschraubt werden. Die vier dafür nötigen Schrauben und ein Inbusschlüssel liegen bei. In wenigen Minuten ist der N65i II startklar – fast.

Denn vor der ersten Fahrt verlangt der Navee zwingend eine Aktivierung über die App. Wer das ignoriert, hört statt Fahrgeräuschen nur einen nervigen Piepton. Ein ähnliches Vorgehen kennen wir bereits vom Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht).

Optisch hinterlässt der N65i II einen sauber verarbeiteten Eindruck. Zwei robuste Stahlrohre verbinden die Lenkeinheit mit dem Basisrahmen. Die verkleidete Frontfederung wirkt wuchtig und verleiht dem E-Scooter einen individuellen Charakter. Das Trittbrett zeigt klare Kanten und misst 19 cm in der Breite, fällt aber nicht besonders lang aus. Schwarz und Grau bestimmen das Design, ein weißer Navee-Schriftzug auf der Lenkstange setzt einen dezenten Akzent. Display und Beleuchtung sind elegant integriert, damit bleibt das Kabelmanagement aufgeräumt.

Navee N65i II

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Die großen 10,5-Zoll-Reifen mit grobem Profil unterstreichen den massiven Auftritt. Hier wirkt nichts nach Pendler-Spielzeug. Die Verarbeitung überzeugt mit hoher Steifigkeit, dicke Schweißnähte zeugen vom robusten Aufbau. Dank IPX5-Schutzklasse macht dem E-Scooter auch Regen nichts aus.

Praktisch im Alltag: Ein Haken an der Lenkstange nimmt Tüten oder einen Rucksack auf. Die maximale Zuladung von 150 kg sucht in dieser Preisklasse ihresgleichen und macht den N65i II auch für schwerere Fahrer interessant. Das Eigengewicht von knapp 24 kg fordert beim Transport jedoch Tribut – Treppensteigen oder ÖPNV-Nutzung werden zur Schwitzpartie.

Klappmechanismus

Aufgeklappt misst der Navee N65i II 121 × 60 × 130 cm. Zusammengeklappt schrumpft die Höhe auf kompakte 61 cm, die anderen Maße bleiben gleich. So passt er in die meisten Kofferräume. Die Lenksäule klappt nach hinten und rastet zuverlässig ein. Der Mechanismus lässt sich mit einer Hand bedienen. Im Gelenk zeigt sich kaum Spiel. Tragen kann man den E-Scooter an der Lenkstange.

Lenker & Display

Das große LED-Display sitzt mittig am Lenker und ist leicht erhöht angebracht – eine elegante Lösung. Es zeigt Akkustand, gewählten Fahrmodus und Lichtstatus übersichtlich an. Das Layout bleibt schlicht und verzichtet auf überflüssige Spielereien. Bei direkter Sonne spiegelt das Display etwas, doch die Helligkeit reicht für eine gute Ablesbarkeit.

Navee N65i II

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Das fest integrierte Frontlicht ist ein Highlight. Es leuchtet den Weg breit aus und eignet sich dank der hohen Helligkeit auch für Nachtfahrten. Der vertikale Abstrahlwinkel ist anpassbar, damit der Gegenverkehr nicht geblendet wird. Bei Dämmerung schaltet sich die Beleuchtung automatisch ein – diese Komfortfunktion muss man allerdings erst in der App aktivieren. Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf.

Die Blinker thronen an den Enden des Lenkers und werden aus allen Richtungen gut wahrgenommen. Die Bedienelemente links wie rechts sind logisch angeordnet und sitzen in Reichweite der Daumen.

App

Die Navee-App verbindet sich per Bluetooth mit dem E-Scooter und zeichnet alle wichtigen Fahrdaten auf. Die Oberfläche ist funktional und übersichtlich, ohne mit Features überladen zu wirken. An die Tiefe der Segway-App reicht sie nicht heran. Alle wesentlichen Grundfunktionen sind aber an Bord.

Navee N65i II Screenshot

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Praktisch ist die Integration von Apples „Find My“-Netzwerk. Bei Verlust oder Diebstahl lässt sich der Standort über das iPhone orten. Die Rekuperationsstärke kann individuell angepasst werden. Ein am E-Scooter einzugebender PIN-Code schützt auf Wunsch vor unbefugtem Losfahren. Wer mag, aktiviert die automatische Bluetooth-Entriegelung. Die optionale Traktionskontrolle (TCS) verhindert das Durchdrehen des Hinterrads auf rutschigem Untergrund wie Schotter oder nassem Laub.

Fahren

Das Fahrgefühl ist stabil und souverän. Die hohe Lenkerposition kommt großen Fahrern entgegen. Die breiten 10,5-Zoll-Luftreifen sorgen für entspannten Vortrieb und eine hohe Spurtreue. Auf schlechter Fahrbahn zeigt sich der N65i II komfortabel. Allerdings ist die vordere Federung etwas straff abgestimmt. Eine Heckfederung fehlt. Für längere Touren über Feldwege empfehlen wir daher Modelle mit Vollfederung wie den Egret Ey! 1 (Testbericht).

Bei niedrigem Tempo offenbart der N65i II eine kleine Schwäche. Der Lenkereinschlag ist begrenzt, was ihn in engen Kurven schwerfällig wirken lässt. Auch erschwert das hohe Gewicht das Rangieren im Stand. Einmal in Bewegung gesetzt, zeigt sich aber ein gutmütiges Handling.

Der Motor sitzt im Hinterrad und liefert eine Nennleistung von 500 W. In der Spitze leistet er 1350 W. Der Antritt ist kräftig, die Beschleunigung gelingt auch mit höherem Fahrergewicht zügig. An Anstiegen hält er seine Leistung erstaunlich konstant. Der Gashebel reagiert feinfühlig und lässt sich präzise dosieren.

Navee N65i II

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Im Test erreicht der N65i II bis zu 22 km/h – das entspricht den 20 km/h Höchstgeschwindigkeit zuzüglich der erlaubten Messtoleranz von 10 Prozent. Beim täglichen Pendeln macht sich das gegenüber Modellen bemerkbar, die bereits bei 19 oder 20 km/h abregeln.

Das Bremssystem kombiniert eine Trommelbremse vorne mit einer Scheibenbremse hinten. Zusätzlich greift ein elektronisches EABS-System ein. Die Bremsleistung ist kräftig und gut dosierbar, auch bei höherem Tempo verzögert der E-Scooter verlässlich.

Akku

Der Akku besteht aus Lithium-Ionen-Zellen im 18650-Format und ist fest verbaut. Bei einer Spannung von 46,8 V und einer Kapazität von 477,36 Wh verspricht Navee eine Reichweite von bis zu 70 km bei konstanten 15 km/h. Bei 20 km/h sinkt der Wert auf 60 km. Diese Angaben gelten unter Idealbedingungen: leichter Fahrer, ebene Strecke, milde Temperaturen, konstante Geschwindigkeit.

In der Praxis sind realistisch 35 bis 50 km drin – abhängig von Fahrergewicht, Temperatur und Fahrweise. Für die Preisklasse ist das ein hervorragender Wert. Die Ladezeit beträgt 7 bis 8 Stunden, ein Schnellladen unterstützt der N65i II nicht.

Preis

Aktuell kostet der Navee N65i II ab 559 Euro etwa bei Amazon. Angesichts der Leistung des Rollers ist das ein faires Angebot.

Fazit

Der Navee N65i II ist ein gelungener Nachfolger des beliebten N65i. Seine größten Stärken liegen im starken Antrieb, der hohen Zuladung von 150 kg und der guten Reichweite von realen 35 bis 50 km. Damit eignet er sich besonders für schwerere Fahrer und Pendler, die täglich längere Strecken zurücklegen.

Die Verarbeitung wirkt hochwertig, das Dreifach-Bremssystem sorgt für Sicherheit. Das helle Frontlicht, der Blinker, die Find-My-Integration und der Tüten-Haken sind sinnvolle Extras. Auch die volle Ausnutzung der Toleranzgrenze von 22 km/h spricht für den N65i II.

Schwachstellen zeigen sich bei der etwas zu harten Frontfederung und der fehlenden Heckfederung. Auch das hohe Gewicht von knapp 24 kg, der limitierte Lenkereinschlag und der Registrierungszwang über die App trüben das Bild leicht. Wer über diese Punkte hinwegsieht, bekommt für wenig Geld einen guten E-Scooter, der deutlich über seiner Preisklasse spielt.

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