Wegen des Kriegs im Nahen Osten entfernt das EU-Land Polen seine Soldaten aus dem Irak und versetzt einige nach Jordanien. Auch die Nato hat ihre ganze Mission abgezogen.
20. März 2026, 22:38 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, yil
Nach einer Analyse potenzieller Risiken infolge des Irankriegs zieht die polnische Regierung ihr Militärkontingent aus dem Irak ab. Das kündigte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf der Plattform X an. Mehr als hundert Soldaten und Soldatinnen seien bereits nach Polen zurückgekehrt, sagte ein Sprecher des Oberkommandos der Streitkräfte der Nachrichtenagentur PAP. Mehrere Militärangehörige wurden demnach nach Jordanien verlegt, um den Betrieb des Kontingents aufrechtzuerhalten.
Auch die Nato habe ihre gesamte Mission aus dem Irak abgezogen. Das teilte eine Nato-Sprecherin in Brüssel mit. Aus irakischen Regierungskreisen verlautete, es handele sich um einen "vorübergehenden Abzug" der "gesamten Nato-Mission", mit Ausnahme einer kleinen Personenzahl. Den Angaben aus Bagdad zufolge ist die Nato "wegen der Lage besorgt". Es gebe jedoch "keine Meinungsverschiedenheiten" mit der irakischen Regierung. Die Nato-Sprecherin sagte, dass die Sicherheit des Personals oberste Priorität habe. Daher würden "zu dieser Angelegenheit keine weiteren Einzelheiten bekannt" gegeben. Die Zusammenarbeit mit dem Irak werde aber fortgesetzt.
Nato-Hauptquartier Ziel von Angriffen im Irankrieg
Die Nato-Mission hat ihr Hauptquartier auf einem irakischen Militärstützpunkt in Bagdad, nahe der US-Botschaft. Diese war seit dem Beginn des Irankriegs mehrmals Ziel von Angriffen gewesen. Bei der Nato-Mission im Irak handelt es sich um eine Beratungsmission, die den Irak beim Aufbau von Streit- und Sicherheitskräften unterstützt. Die Mission wurde 2018 auf Anfrage der irakischen Regierung ins Leben gerufen. Die Bundeswehr beteiligt sich im Rahmen der Mission an der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte.
Das EU- und Nato-Land Polen unterstützte die USA im Irakkrieg 2003 mit 2.000 Soldaten und wurde damals mit anderen Ländern aus Mittelosteuropa als "Koalition der Willigen" bezeichnet. Zeitweise übernahm Polen auch Verantwortung für eine Besatzungszone im Irak. Zuletzt umfasste das polnische Militärkontingent im Nahen Osten nach Angaben des Nationalen Sicherheitsrats im Dezember 350 Soldatinnen und Soldaten, die außer im Irak auch in Jordanien sowie in Kuwait und Katar im Einsatz waren.
Zuvor wurde bekannt, dass die USA laut Medienberichten tausende Soldaten und Soldatinnen in den Nahen Osten verlegen. US-Präsident Donald Trump kritisiert die Nato-Staaten für deren "ausbleibende militärische Hilfe".

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