Katalyst Space Technologies hat die Vorbereitungen für eine historische Raumfahrtmission zur Rettung eines NASA-Weltraumteleskops abgeschlossen. In den kommenden Tagen soll es losgehen. Das geht aus einer Stellungnahme des US-Raumfahrtunternehmens und Medienberichten hervor. Demnach wurde das „robotische Raumschiff LINK“ auf der Rakete des Typs Pegasus XL angebracht und kann jetzt zu den Marshallinseln im Pazifik transportiert werden. Dort soll sie von einem speziellen Flugzeug aus gestartet werden. Zwei Wochen später soll sich das Raumschiff dem Weltraumteleskop Swift nähern und es inspizieren. Danach soll es das Instrument greifen und langsam in eine höhere Umlaufbahn schieben, damit es dort die Forschung wiederaufnehmen kann.
Für die Forschung zu wertvoll
Neil Gehrels Swift Observatory wurde 2004 gestartet, damals hieß das Gerät nur Swift. Das Weltraumteleskop untersucht primär Gammastrahlenblitze, „die stärksten Explosionen im Universum“. An Bord hat es drei verschiedene Forschungsinstrumente, die im sichtbaren, im ultravioletten, im Röntgen- und im Gammaspektrum arbeiten. Von zentraler Bedeutung ist dabei das Burst Alert Telescope (BAT), das zu jeder Zeit etwa ein Sechstel des Himmels abdeckt und dort Gammablitze entdecken kann. Wenn einer entdeckt wird, kann es die anderen Instrumente rasch darauf ausrichten, Observatorien auf der Erde können nachziehen. Während seines Betriebs hat das Gerät unzählige Ereignisse beobachtet. 2018 wurde es zu Ehren des verstorbenen Forschungsleiters umbenannt.
In den vergangenen Jahren hat die verstärkte Sonnenaktivität nun aber dafür gesorgt, dass die Ausläufer der Erdatmosphäre Swift stärker abbremsen als ursprünglich erwartet. Ohne Gegenmaßnahme würde es wahrscheinlich in Monaten abstürzen. Um das zu verhindern, hat die NASA Katalyst deshalb 30 Millionen US-Dollar bezahlt. Im Gegenzug sollte Katalyst in Rekordzeit ein Raumfahrzeug fertigstellen, das den Orbit von Swift anheben kann. Das sollte ursprünglich im Frühjahr dieses Jahres geschehen, jetzt soll es bis Ende Juni losgehen. Im Winter hat die NASA Swift weitgehend deaktiviert, damit das Weltraumteleskop durch die Drehungen um sich selbst nicht zu stark absinkt. Damit es gerettet werden kann, darf es nicht unter 300 km sinken.
Was man bei Katalyst in gerade einmal acht Monaten geschafft habe, sei „außergewöhnlich“, sagt Ghonhee Lee, CEO der Firma. Das Team habe den Weltraumroboter in dieser Zeit entworfen, gebaut, getestet und fertiggestellt, jetzt stehe eine der „ehrgeizigsten kommerziellen Wartungsmissionen“ an, die jemals in Angriff genommen worden sei. Normalerweise benötigen diese Vorbereitungsschritte einer Weltraummission Jahre, der jetzige Zeitplan sei „geradezu verrückt“, heißt es auch von der NASA. Sollte die Mission klappen, würde das beweisen, dass man das übliche Prozedere enorm beschleunigen kann. Wann die Mission starten soll, schreibt Katalyst nicht, laut NextSpaceflight.com soll es am 27. Juni losgehen.
(mho)










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