Nahost: Israel: Haben iranischen Funktionär Ali Laridschani getötet

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Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Israel: Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten getötet

Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele in Teheran und Beirut

Israel kündigt Ausweitung des Bodeneinsatzes in Libanon an

Bundesregierung warnt vor größeren Bodeneinsätzen in Libanon

Israel bestätigt „begrenzte“ Bodeneinsätze in Libanon

Tobias Bug

Israel: wichtiger iranischer Funktionär Laridschani getötet

Der einflussreiche iranische Funktionär Ali Laridschani ist nach israelischen Angaben bei einem Luftangriff in Teheran getötet worden. Wie der israelische Verteidigungsminister Israel Katz nach Angaben seines Büros erklärte, kam der Generalsekretär des Sicherheitsrats bei einem gezielten Angriff in der Nacht ums Leben. Aus Iran gab es dafür bisher keine Bestätigung.

Israel hat im aktuellen Krieg bereits Dutzende führende Persönlichkeiten des iranischen Machtapparats getötet. Irans Oberster Führer Ali Chamenei war am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff in der Hauptstadt Teheran getötet worden. 

Tobias Bug

Das ist die Lage in Nahost

Tobias Bug

Israel: Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten getötet

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben den Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, gezielt getötet. Der Angriff habe am Montag in Teheran stattgefunden, hieß es in der Mitteilung des Militärs. Aus Iran gab es dafür bisher keine Bestätigung.

Die Basidsch-Einheiten unter Soleimanis Führung seien für die blutige Niederschlagung der Proteste in Iran im Januar verantwortlich, schrieb die israelische Armee. Die Basidsch-e Mostasafin (Mobilisierte der Unterdrückten) ist eine paramilitärische Einheit in Iran. Gegründet nach der Islamischen Revolution 1979 und rekrutiert aus jungen Teilen der Gesellschaft, spielt die Miliz eine zentrale Rolle bei der Unterdrückung von Protesten im Land. Die Miliz ist Teil der Revolutionsgarde, ihr sollen mehrere Hunderttausend systemtreue Anhänger angehören.

Tobias Bug

Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele in Teheran und Beirut

Die israelische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben große Wellen neuer Angriffe auf Ziele in Iran und Libanon. In der iranischen Hauptstadt Teheran werde Infrastruktur des „Terrorregimes“ attackiert. Gleichzeitig gebe es Angriffe auf Einrichtungen der von Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut, erklärte das israelische Militär auf der Plattform X.

Iran wiederum griff in der Nacht erneut Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Katar und in Saudi-Arabien an. Auch in Israel ertönten wegen iranischer Angriffe am frühen Morgen mindestens zweimal die Sirenen. Nach jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben.

Israels Militär geht inzwischen auch massiv gegen die schiitische Hisbollah-Miliz im nördlichen Nachbarland Libanon vor. Der Einsatz begann infolge von Raketenangriffen aus Libanon und beschränkte sich zunächst auf Luftangriffe, inzwischen gibt es aber auch Einsätze am Boden.

Tobias Bug

Iran will Spiele bei der Fußball-WM von den USA nach Mexiko verlegen

Iran verhandelt ​wegen des Kriegs in Nahost mit dem Fußballweltverband Fifa über eine Verlegung seiner Spiele bei der Weltmeisterschaft von den USA nach Mexiko. Grund seien ​Sicherheitsbedenken, teilte der Präsident des iranischen Fußballverbands, Mehdi Tadsch, mit.

Da US-Präsident Donald Trump ausdrücklich erklärt habe, dass er die Sicherheit der iranischen Nationalmannschaft nicht gewährleisten könne, "werden wir ​mit ​Sicherheit nicht nach Amerika reisen", erklärte Tadsch ‌in einem Beitrag der iranischen ‌Botschaft auf der Online-Plattform X. "Wir verhandeln mit der Fifa, um die WM-Spiele Irans in Mexiko auszutragen." ​Eine Stellungnahme der Fifa ​lag bisher nicht vor.

Trump hatte in der vergangenen Woche gesagt, Iran sei willkommen, an der WM teilzunehmen. Zugleich merkte er jedoch an, dass es "für ‌ihr eigenes Leben und ihre Sicherheit" möglicherweise nicht angemessen sei, in den USA ‌zu spielen. Zuletzt waren ‌die Zweifel an einer WM-Teilnahme Irans ​wegen des Kriegs mit den USA und Israel gewachsen. Der iranische ​Sportminister hatte vergangene Woche erklärt, eine Teilnahme sei ‌nicht möglich. Die WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt. Iran soll in der Vorrunde zwei Gruppenspiele in Los Angeles und ⁠eines in Seattle bestreiten.

Tobias Bug

Schah-Sohn Reza Pahlavi gründet Komitee für Übergangsjustiz

Reza Pahlavi, der älteste Sohn des letzten iranischen Schahs, hat ein Komitee zur Einrichtung einer Justizkommission in Iran gegründet. "Dieser Ausschuss wird die Aufgabe haben, die Vorschriften für eine Wahrheitskommission und ein Gericht auszuarbeiten", schrieb der 65-Jährige auf X.

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi habe den Vorsitz des Ausschusses übernommen. Neben Ebadi sollen der Schriftsteller Iradsch Mesdaghi, Leyla Bahmany und Afschin Ellian Mitglieder des Komitees werden. Sie verträten "vier Generationen iranischer Experten", erklärte Pahlavi. "Die Übergangsjustiz ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Programms für einen freien Iran. Gerechtigkeit wird walten", schrieb er.

Tobias Bug

Iranischer Drohnenangriff setzt großes Gasfeld in den Emiraten in Brand

Iran hat seine Angriffe auf Energieinfrastruktur rund um den Persischen Golf ausgeweitet und dabei ein riesiges Gasfeld in Brand gesetzt. Das erhöht den Druck auf eine ohnehin angespannte globale Versorgungslage bei Kraftstoffen. Die Behörden in Abu Dhabi haben den Brand auf dem schwefelreichen Shah-Gasfeld in der Wüste Rub al-Chali westlich von Abu Dhabi inzwischen unter Kontrolle gebracht, wie das Medienbüro der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate mitgeteilt hat. Verletzte wurden nicht gemeldet.

Die Shah-Gasanlage hat laut Angaben auf der Website von Adnoc und Daten des Energy Institute eine Produktionskapazität von 1,28 Milliarden Standardkubikfuß Gas pro Tag, was rund einem Fünftel der gesamten Gasproduktion des Landes entspricht. Sie kann zudem jährlich 4,2 Millionen Tonnen Schwefel produzieren. Dies sind rund fünf Prozent des weltweiten Angebots.

Katar wehrt Raketenangriff ab

Das Militär in Katar hat am Morgen einen mutmaßlich iranischen Raketenangriff abgewehrt. Das teilte das Verteidigungsministerium in Doha auf der Plattform X mit, ohne sich ausdrücklich zur Herkunft der Geschosse zu äußern. Trümmerteile einer abgewehrten Rakete lösten in einem Industriegebiet einen Brand aus, wie das Innenministerium mitteilte. Die Feuerwehr sei vor Ort. Weitere Einzelheiten zu dem Angriff – etwa zur Zahl der abgewehrten Raketen – wurden bislang nicht genannt.

Christoph Heinlein

Brand in Hotel in Bagdad - laut Bericht nach Drohnenangriff

In einem Hotel in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Feuer ausgebrochen, nachdem eine Drohne die oberen Stockwerke des Gebäudes angegriffen haben soll. In dem betroffenen Al-Rashid-Hotel werden oft ausländische Gäste und Vertreter ausländischer Missionen untergebracht. Videos in sozialen Medien zeigten Flammen und dichten Rauch, die aus dem 18-stöckigen Gebäude des Hotels aufstiegen. Zunächst war nicht klar, wer für den mutmaßlichen Drohnenangriff verantwortlich war. Das Innenministerium erklärte, ein Geschoss sei auf dem Dach des Hotels eingeschlagen, und die Zivilschutzteams hätten die Situation „sofort und professionell unter Kontrolle gebracht“. 

Christoph Heinlein

Israel kündigt Ausweitung des Bodeneinsatzes in Libanon an

Ein israelischer Militärsprecher hat angekündigt, den Einsatz von Bodentruppen im Süden Libanons auszuweiten. Die Armee mobilisiere weitere Reservisten, sagte Sprecher Effie Defrin. Gegenwärtig seien bereits mehr als 100 000 Reservesoldaten an allen Fronten im Einsatz.

Nach Vereinbarung einer Waffenruhe nach einem einjährigen Krieg mit der libanesischen Hisbollah-Miliz im November 2024 hatte die israelische Armee sich zunächst zurückgezogen. In fünf Posten im Südlibanon blieben jedoch weiterhin Truppen stationiert. Nach Beginn der Raketenangriffe der Hisbollah nach Beginn des Iran-Kriegs habe Israel weitere 15 Positionen im Südlibanon eingenommen, sagte Defrin. „Wir haben im Norden die Truppen verstärkt und werden den Einsatz in den kommenden Tagen vertiefen“, sagte er. Israels Armee hatte eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen bereits „begrenzte und gezielte Bodeneinsätze“ im Süden des Nachbarlands Libanon begonnen. Ziel seien aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz. Ziel sei es, die Einwohner des Nordens vor den Hisbollah-Angriffen zu schützen. 

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada warnten vor einer großangelegten israelischen Bodenoffensive in Libanon. Ein solcher Schritt hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der fünf Staaten. Die Offensive müsse daher abgewendet werden. ​Die humanitäre Lage sei schon jetzt alarmierend. Zudem unterstützen die Länder die Bemühungen der libanesischen Regierung, die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz zu entwaffnen. Die Bundesregierung hatte sich bereits zuvor „enorm beunruhigt“ über die Lage in dem Land geäußert und Israel vor einer größeren Bodenoperation gewarnt.

Christoph Heinlein

Libanon meldet mehr als eine Million Flüchtlinge

In Libanon sind durch die jüngste Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah offiziellen Angaben zufolge mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Bisher seien rund 1 050 000 Vertriebene registriert worden, teilte die Katastrophenschutzeinheit der Regierung in Beirut mit. Rund 130 000 Personen seien in Notunterkünften untergekommen. Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass mehr als 880 Menschen durch israelische Angriffe getötet worden seien. Darunter seien auch 111 Minderjährige und 67 Frauen. 

Alexandra Föderl-Schmid

IEA-Chef: größter Ölengpass der Geschichte

Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) führt der Irankrieg zur größten Unterbrechung des Ölnachschubs in der Geschichte, die Auswirkungen seien massiver als nach dem Ölschock 1973. Die stärksten Effekte seien in Asien zu spüren, sagte IEA-Chef Fatih Birol in einer Videokonferenz.

Seiner Ansicht nach habe die Ankündigung der Freigabe von Ölreserven in einem Rekordvolumen von 400 Millionen Barrel vergangene Woche einen dämpfenden Effekt auf den Preisanstieg gehabt. Den Angaben zufolge verfügen die 32 Mitgliedsstaaten über 1,4 Milliarden Barrel Öl-Notreserven und könnten ​bei Bedarf weitere Ölvorräte freigeben. "Die derzeitige Freigabe wird, sobald sie abgeschlossen ist, die Notvorräte in den IEA-Ländern nur um etwa 20 Prozent reduzieren", sagte Birol.

Begonnen wurde mit der Freigabe der Reserven in Asien und Ozeanien. Wenn notwendig, könnten weitere Freigaben erfolgen. Es gebe auch Bemühungen anderer Ölstaaten außerhalb der Golfregion, die Produktion zu erhöhen, sagte Birol. Länder wie Indien, Kolumbien, Singapur, Thailand und Vietnam hätten Unterstützung angeboten. Er hoffe, dass sich die Märkte damit erholen.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums hatte zuvor gesagt, am Montag oder Dienstag werde die Verordnung zur Freigabe eines Teils der deutschen Ölreserven unterzeichnet. Danach könne das Öl auf dem Markt angeboten werden. Es gehe insgesamt um rund 2,65 Millionen Tonnen Öl.

Tobias Bug

UN: Israelischer Angriff auf Gefängnis im Juni 2025 war Kriegsverbrechen

Eine UN-Untersuchungskommission stuft einen israelischen Luftangriff auf ein Gefängnis im vergangenen Jahr als Kriegsverbrechen ein. Es gebe ​hinreichende Gründe für die Annahme, dass Israel bei dem Angriff auf das Ewin-Gefängnis in Teheran im vergangenen Juni vorsätzlich ein ziviles Ziel angegriffen habe, sagt die Vorsitzende der Kommission, Sara Hossain, vor dem UN-Menschenrechtsrat. Bei dem Angriff im Zuge des Zwölftage-Krieges seien 80 Personen, darunter ein Kind und acht Frauen, ums Leben gekommen. Eine Stellungnahme Israels liegt nicht vor.

Tobias Bug

Insider: Iran fordert von Indien Freigabe von Tankern für freie Passage

Iran nutzt nach Angaben von Insidern die Blockade der Straße von Hormus als Hebel in Verhandlungen mit Indien. Die Regierung in Teheran fordert die Freigabe von drei im Februar ​festgesetzten Tankern als Gegenleistung für die sichere Passage indischer Schiffe durch die strategisch wichtige Meerenge, wie die Nachrichtenagentur Reuters von drei mit der Angelegenheit ⁠vertrauten Personen erfuhr. Die indischen Behörden hatten die drei mit Iran in Verbindung ‌stehenden Tanker im Februar in der Nähe ihrer Gewässer beschlagnahmt. Ihnen ‌wird vorgeworfen, ihre Identität verschleiert und illegale Umladungen auf hoher See vorgenommen zu haben.

Hintergrund der Verhandlungen ist der Krieg der USA und Israels gegen Iran, der den Schiffsverkehr in der Golfregion fast zum Erliegen ​gebracht hat. Für Indien ​ist die Route lebenswichtig: Etwa 90 Prozent der indischen Flüssiggasimporte (LPG) ​stammen aus der Region. Zuletzt hatte Iran zwei indischen LPG-Tankern die Durchfahrt gestattet. 

Die Situation für die indische Handelsmarine ist prekär. Seit Beginn der amerikanischen ‌und israelischen Angriffe auf Iran Ende ‌Februar hat Teheran mit Attacken auf die Schifffahrt reagiert. Dabei wurden bereits drei indische ​Seeleute getötet, einer wird vermisst. Nach Regierungsangaben befinden sich noch mindestens 22 Schiffe unter indischer Flagge und mehr als 600 indische Seeleute im ​Golf. Sechs dieser Schiffe haben LPG geladen, auf das Indien zur Linderung von Engpässen ‌dringend wartet.

Tobias Bug

Bedrohung für den Weltraum? Israel zerstört Anlage in Teheran

Bei Angriffen auf Ziele in Teheran hat Israels Luftwaffe Armeeangaben zufolge eine Anlage ins Visier genommen und zerstört, in der Iran Fähigkeiten für Angriffe auf Satelliten im Weltraum entwickelt haben soll. Die von Irans Regierung genutzte Einrichtung sei deshalb „eine Bedrohung für Israels Satelliten und Weltraumressourcen anderer Länder“ gewesen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Über sein eigenes Raumfahrtprogramm hatte Teheran in der Vergangenheit erklärt, dass es keinerlei militärische Ziele verfolge. Da das Programm jedoch von der iranischen Revolutionsgarde gelenkt und ausgeführt wird, gibt es international Zweifel an dieser Darstellung.

Israels Armee warf dem Land nun vor, seit Jahren „erhebliche Mittel in die Entwicklung seiner Fähigkeiten zur Kriegsführung im Weltraum“ zu investieren. Teheran wolle auf diese Weise die regionale und internationale Stabilität untergraben. Das israelische Militär sprach von einem „bedeutenden Schlag im Herzen Teherans“.

Auf dem getroffenen Gelände wurde den Angaben zufolge auch der Satellit Chamran-1 entwickelt, den Iran im Herbst 2024 in die Erdumlaufbahn brachte. Laut dem Land handelte es sich auch dabei um einen Forschungssatelliten mit ausschließlich wissenschaftlichen Zielen. Die Islamische Republik hat bereits öfter Satelliten in den Weltraum befördert, um eigenen Angaben zufolge Daten über Wetter, Naturkatastrophen und Landwirtschaft zu gewinnen.

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